PORTLAND — Zwei Tage nachdem die Portland Fire die New York Liberty in einem Thriller überrascht hatten, schlugen die Liberty zurück. Breanna Stewart erzielte 22 Punkte und führte New York zu einem deutlichen 100-82-Sieg über die Expansion Fire am Donnerstag.
Die Fire hatten erst am Dienstag mit 98-96 gewonnen, als Sarah Ashlee Barker einen Putback kurz vor dem Buzzer versenkte. Dieses Mal lag New York nicht nur in Führung, sondern dominierte besonders in der zweiten Hälfte. Die Bank der Liberty war dabei der entscheidende Faktor. Sie erzielte insgesamt 41 Punkte und traf acht Dreier, während die Fire-Reserve mit 39 Punkten zwar auch stark beitrug, nicht mithalten konnte.
Alex Fowler spielte dabei eine besondere Rolle. Die ehemalige Stern-Spielerin der University of Portland hatte gerade am selben Donnerstag einen Developmental Contract bei der Liberty unterzeichnet und kam sofort mit 12 Punkten in ihr erstes Spiel. Das war bemerkenswert, weil die Liberty-Bank am Dienstag gegen dieselbe Mannschaft insgesamt nur 11 Punkte geworfen hatte. Rebekah Gardner trug 14 Punkte bei, Julie Vanloo versenkte drei Dreier für neun Punkte.
New York spielte ohne ihre Top-Starter Sabrina Ionescu und Satou Sabally, die das vierte Spiel in Folge fehlten. Pauline Astier, die französische Rookie-Free-Agentin, übernahm die Rolle von Ionescu und erzielte 20 Punkte. In ihren ersten vier Spielen für die Liberty kommt sie auf 67 Punkte. Die Mannschaft von Coach Mike Thibault verband sich nach schwachem Start deutlich besser. Sie schoss 34 von 67 (51%) aus dem Feld, traf 15 Dreier und spielte dabei besonders präzise: Marine Johannes kam auf Career-High 11 Assists.
Im dritten Viertel war die Liberty praktisch nicht zu stoppen. Sie versenkte 11 von 14 Shots und entzog Portland damit jede Chance auf ein Comeback. Der Vorsprung wuchs bis auf 22 Punkte an.
Für Portland waren Nyadiew Puoch mit 13 Punkten und Bridget Carleton sowie Emily Engstler mit je 11 Punkten die besten Starter. Megan Gustafson kam von der Bank und erzielte 14 Punkte in nur 14 Minuten. Trotzdem: Gegen die Liberty-Offensive war an diesem Abend kein Kraut gewachsen. New York hat jetzt eine Bye Week, bevor die Liberty am kommenden Donnerstag Golden State empfangen. Portland spielet am Montag gegen Connecticut.
Ballports-Take: Für WNBA-Fans aus dem deutschsprachigen Raum ist die Liberty unter Pauline Astier interessant zu beobachten. Die französische Rookie hat schnell gezeigt, dass sie in der besten Liga der Welt bestehen kann. Mit 67 Punkten in vier Spielen etabliert sich Astier als verlässliche Scoring-Option. Während Ionescu und Sabally fehlen, trägt sie echte Verantwortung. Zugleich zeigt dieser Sieg, wie tiefgründig die Liberty-Bank ist. Wenn die Starter zurückkehren, wird diese Mannschaft schwer zu schlagen sein.