Atlanta Dream verpflichtet Nigeria-Kapitänin Amy Okonkwo
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Atlanta Dream verpflichtet Nigeria-Kapitänin Amy Okonkwo

Die Atlanta Dream haben Amy Okonkwo unter Vertrag genommen. Die nigerianische Basketballerin unterschrieb einen Developmental Contract bei den WNBA-Profis, kurz bevor Atlanta am Sonntag gegen die Las Vegas Aces antritt, die amtierenden Champions. Das Team steht aktuell mit 2-0 Siegen da und könnte mit einem Sieg gegen Las Vegas auf 3-0 klettern.

Okonkwo durchlief in der Vorbereitung die komplette Trainingscamp-Phase bei den Dallas Wings. In zwei Preseason-Spielen zeigte sie acht Punkte und 2,4 Rebounds pro Spiel. Ein Vertragsangebot bekam sie von Dallas am Ende nicht, weshalb sie als Free Agent auf dem Markt war. Die Dream ließen sich von ihrer Geschichte überzeugen und nahmen sie jetzt auf, womit sich das Roster auf 13 Spieler plus Okonkwo erhöht.

Die 27-Jährige ist bereits WNBA-erfahren. In der vergangenen Saison spielte sie für Dallas, zunächst auf einem siebentägigen Hardship Contract. Sie erwies sich als so wertvoll, dass die Wings den Deal mehrfach verlängerten. In acht Spielen erzielte Okonkwo 11,0 Punkte, 3,1 Rebounds und 1,4 Steals pro Partie bei über 60 Prozent Feldquotenquote. Gegen Phoenix gelangen ihr sogar 20 Punkte. Sie war damit die erste undraftete Spielerin seit 2000, die in ihren ersten zwei WNBA-Spielen mindestens 10 Punkte bei 60 Prozent oder besserer Quote durchschnittlich erzielte.

International hat sich Okonkwo längst einen Namen gemacht. Sie spielte professionell in Spanien, Israel, Mexiko und Frankreich. Zuletzt war sie bei Besiktas in der türkischen KBSL aktiv und legte dort 14,9 Punkte, 5,1 Rebounds und 1,8 Steals pro Spiel auf. Auf afrikanischem Niveau ist sie eine dominante Kraft. Bei der FIBA Women's AfroBasket 2025 in Abidjan wurde sie zur MVP gekürt, bereits zum zweiten Mal. Nigeria gewann den Titel sensationell zum fünften Mal in Folge. Im Final gegen Mali spielte Okonkwo die volle 40 Minuten, schoss 19 Punkte bei 7-of-11 aus dem Feld und traf vier Dreier. Zwei Jahre zuvor, 2023 in Kigali, erhielt sie die MVP-Auszeichnung ebenfalls. Sie gehört damit zu einer kleine Gruppe von Spielerinnen, die diesen Preis zweimal hintereinander gewonnen haben.

Auch als Olympionikin machte Okonkwo Schlagzeilen. Sie spielte 2020 in Tokio und 2024 in Paris für Nigeria. Bei den Paris Games war sie die Schlüsselfigur, als Nigeria überraschend Kanada 79-70 besiegte. Damit verzeichnete Nigeria seinen ersten olympischen Sieg seit 2004. An der Uni spielte Okonkwo erst eine Saison für USC, wechselte dann zu TCU, wo sie von 2016 bis 2019 für die Horned Frogs aktiv war. 2018 wurde sie zur Big 12 Sixth Player of the Year ernannt.

Ein Developmental Contract ist ein besonderer Status in der WNBA. Teams dürfen bis zu drei Spieler auf dieser Vertragsform halten, dadurch kann ein Roster von den Standard 12 auf maximal 15 Spieler wachsen. Diese Entwicklungsspieler trainieren mit der Mannschaft und können aktiviert werden, verdienen aber einen festgesetzten Gehalt nach dem Collective Bargaining Agreement statt eines verhandelten Vertrags. Die Waiver ist leichter möglich. Es ist ein Modell, um Talente zu entwickeln, ohne gleich einen festen Platz zu opfern.

Ballports-Take: Okonkwo ist eine spannende Entwicklung für die Atlanta Dream, die derzeit in Fahrt kommen. Ihre Statistiken aus der letzten WNBA-Saison sprechen für sich, und ihr internationales Prestige ist unangefochten. Für deutsche Fans ist Okonkwo eine der prägenden Figuren des afrikanischen Basketballs. Mit ihrer Addition könnte Atlanta gegen Las Vegas einen zusätzlichen Punch bekommen, auch wenn Developmental Contracts manchmal als Backup-Option gedacht sind. Wenn sie wieder auf das Niveau ihrer Dallas-Zeit findet, könnte sie ein echter Sleeper sein für WNBA-Fantasy-Portfolios in Europa.

Originalquelle: ESPN / NBAOriginal lesen →
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