NFL-Spieler fordern Qualitäts-Rasenplätze statt Kunstrasen
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NFL-Spieler fordern Qualitäts-Rasenplätze statt Kunstrasen

Während einige NFL-Stadien für die FIFA-Weltmeisterschaft im Sommer Naturrasen verlegen, wird für die Profis deutlicher: Sie wollen weg vom Kunstrasen. Fünfzehn der 30 NFL-Stadien nutzen derzeit künstliche Oberflächen für American-Football-Spiele. Der Druck der Spieler wächst seit Jahren, und die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Eine Umfrage der NFLPA unter 1.700 Spielern ergab, dass 92 Prozent Naturrasen bevorzugen.

JC Tretter, Executive Director der NFLPA, machte kürzlich in dem Podcast "Not Just Football" mit Steelers-Defensive-Lineman Cam Heyward deutlich, worum es geht: "Was wir wollen, sind gute Rasenplätze. Gute, solide Felder." Es geht dabei nicht nur um die reine Oberfläche, sondern um Qualität. Tretter betont, dass Spieler und Trainer einen unmittelbaren physischen Unterschied spüren, wenn sie drei Stunden lang auf Rasen versus Kunstrasen stehen. "Es gibt etwas da, das den Körper beeinflusst," erklärte er.

Bei genauerer Betrachtung der Verletzungsstatistiken zeigt sich ein interessantes Bild. Die Quote der Kunstrasen-Verletzungen sei über die Jahre relativ stabil geblieben, während die Verletzungsraten auf Naturrasen gestiegen sind. Das Problem liegt jedoch nicht nur in der Oberflächenart, sondern auch in der Wartung. Stadien nutzen ihre Plätze nicht nur für Football, sondern auch für Konzerte und Monster-Truck-Shows, die Einnahmen für die Teambesitzer bringen. Spieler profitieren von diesen Events nicht finanziell, müssen aber die Konsequenzen auf dem schlechteren Rasenbelag tragen.

Tretter fordert daher klare Standards für Rasenqualität in allen Stadien. "Ich denke, es ist wichtig für uns, Metriken zu haben, um sie durchzusetzen. Sicherzustellen, dass die Stadien überwiegend für Football-Spiele genutzt werden." Dies soll ein zentraler Punkt in den nächsten Tarifverhandlungen werden. Der aktuelle CBA läuft noch bis 2030.

Bereits im vergangenen Jahr einigten sich NFL und NFLPA auf ein neues Modell zur Auswahl von Spielfeldbelägen. Teams müssen ab der 2026-Saison aus einem genehmigten Set von Metriken und Stilen wählen. Bis zur Saison 2028 müssen alle Stadien zertifizierte Felder haben. Sieben Stadien mit Kunstrasen, darunter MetLife Stadium, AT&T Stadium, Gillette Stadium, Lumen Field, NRG Stadium, SoFi Stadium und Mercedes-Benz Stadium, installieren aktuell Naturrasen für die FIFA-Weltmeisterschaft im Juni.

Tretter sieht das Vorbild in europäischen Ligen und der FIFA, die ausschließlich Naturrasen nutzen. "Die FIFA rollt den grünen Teppich für Fußballspieler aus. Das ist zur Norm geworden. In europäischen Ligen ist das Standard. Die Spieler werden nicht spielen, wenn es nicht so ist." Die Frage für die nächste Tarifverhandlung lautet also: Warum sollten NFL-Profis weniger Schutz und Qualität erhalten als internationale Fußballer?

Ballports-Take: Für europäische Football-Fans ist dieses Thema hochrelevant. Das kommende NFL-Game in München 2026 und die geplanten Berlin-Spiele 2027 werden auf hochmodernen europäischen Stadien stattfinden, die bereits Rasenstandards haben, die der FIFA entsprechen. Das gibt deutschen Clubs einen Vorteil: Sie können sich als sichere, attraktive Austragungsorte positionieren, wo Spieler ohne Kompromisse bei der Feldqualität spielen. Gleichzeitig zeigt die NFLPA-Initiative, dass Player Safety ein neues Level erreicht hat und nicht nur Regelwerk, sondern auch Infrastruktur umfasst.

Originalquelle: ESPN / NFLOriginal lesen →
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