Brissett und die Cardinals im Schwebezustand
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Brissett und die Cardinals im Schwebezustand

Jacoby Brissett kommt zurück zum Minicamp der Arizona Cardinals diese Woche, aber sein Status als Starting Quarterback bleibt völlig offen. Der 33-Jährige hat sich den ganzen Offseason über ferngehalten und fordert nun eine Vertragsverbesserung mit mehr garantiertem Geld für diese Saison. Seine 1-11 Bilanz als Cardinals-Starter im Jahr 2025 ist das Hauptargument seiner Kritiker gegen die Forderung.

Brissett übernahm den Job, nachdem Kyler Murray in Woche 6 verletzt ausfiel. Seitdem wird erbittert darüber gestritten, ob eine Win-Loss-Bilanz wirklich das Leistungsmerkmal eines Quarterbacks sein sollte. Brissett wird beim Minicamp anwesend sein, wird in Meetings und im Weight Room dabei sein, aber ob er tatsächlich trainiert, ist noch unklar. Die Cardinals haben mehrere Optionen: Sie können seinem Wunsch nachgeben, die Verhandlungen ablehnen, ihn traden oder freigeben.

Wer sich die Statistiken aus Brissetts neun Spiele andauerndem Losing Streak von Woche 10 bis 18 anschaut, bekommt ein anderes Bild. Die Cardinals-Defense war in diesem Zeitraum eine der schlechtesten der Liga. Sie gab durchschnittlich 35,2 Punkte pro Spiel ab, was Platz 32 bedeutete. Die 378 Yards pro Spiel, die Arizonas Defensive Line surrenderte, reichten nur für Platz 31. Defensive Coordinator Nick Rallis gab zu: "It was bad ball." In dieser Phase rangierte die Defense auch beim dritten Versuch (Conversion Rate) auf Platz 32 und beim gegnerischen QBR auf Platz 32.

Dazu kam ein nichtexistentes Laufspiel. Während Brissetts neun Niederlagen hintereinander rangierte Arizona beim Rushing auf Platz 32 bei Gesamtrushes und Yards nach erstem Kontakt. Beim gesamten Laufspiel war die Bilanz ebenfalls katastrophal: 31. Platz bei Gesamtrushes, 30. Platz bei Rushing Touchdowns. Brissett hatte also weder eine funktionierende Defense noch ein verlässliches Ground Game, um auf Fehler oder Unkonzentriertheit verzeihen zu können.

Breaking News: Brissett wird beim Minicamp anwesend sein, wie ESPN berichten konnte. Das bedeutet, er wird im Facility sein und an Meetings sowie Trainings teilnehmen. Ob er auch auf dem Platz trainiert, wird sich zeigen. Die kardinals müssen eine Entscheidung treffen, und Brissett wartet darauf, dass die Organisation einen klaren Plan präsentiert.

Für deutsche Football-Fans, die die NFL verfolgen, ist Brissetts Situation ein wichtiges Lehrstück über Context bei der Bewertung von Quarterbacks. Die bloße Win-Loss-Bilanz zu nutzen, um einen QB zu verdammen, ohne die Offensive Line, das Laufspiel und vor allem die Defense zu betrachten, ist ein klassischer analytischer Fehler. Brissett hatte unter schwierigen Bedingungen zu spielen und lieferte ab, ohne dabei von seinem Team viel Unterstützung zu bekommen. Was die Cardinals jetzt entscheiden, sagt mehr über die Organisation aus als über Brissetts Fähigkeiten als Quarterback.

Originalquelle: ESPN / NFLOriginal lesen →
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