Die Dallas Cowboys haben ihre Defensive nach einer der schlechtesten Saisons der Franchise-Geschichte grundlegend neu aufgebaut. 2025 war defensiv eine Katastrophe: Die Abwehr ließ 377 Yards pro Spiel zu (Rang 30) und gab im Schnitt 30,1 Punkte ab (Rang 32). Das alte System funktionierte nicht. Jetzt kommt ein radikaler Wechsel unter neuem Defensive Coordinator Christian Parker, der zuvor bei den Philadelphia Eagles als Passing Game Coordinator und Defensive Backs Coach arbeitete. Die Cowboys stellen ihre Abwehr auf ein 3-4 Schema um, und die Zahl der neuen Starter könnte zwischen dem Saisonfinale gegen die Giants und dem kommenden September bei acht liegen.
Die Umbau-Dimensionen sind beeindruckend. Jadeveon Clowney, der Sack-Leader der vergangenen Saison, ist weg. Kenneth Murray Jr., der meisten Tackles in der Defensive, hat keinen neuen Vertrag. Safety Donovan Wilson, der Team-Interceptions-Leader, ist ebenfalls nicht mehr da. An der Defensive Line ersetzt Dallas komplett: Rashan Gary und Quinnen Williams bilden die neuen Anker, dazu kommen Kenny Clark und Donovan Ezeiruaku. Im September 2024 starteten noch Dante Fowler Jr., Osa Odighizuwa und Sam Williams. Praktisch niemmal vom alten Setup bleibt.
Im Draft setzten die Cowboys mit First-Round-Pick Caleb Downs große Hoffnungen. Der Safety soll ähnlich transformativ wirken wie Micah Parsons 2021, nur mit anderer Ausprägung. Koordinator Parker beschreibt ihn knapp: "Caleb ist ein natürlicher Footballer. Das ist einer dieser Jungs, die man sofort in der Schulhof-Auswahl nimmt. Er bringt natürliche Vielseitigkeit mit. Die Frage ist, was er mental verarbeiten kann und wie wir alles zusammenbringen."
In der Secondary verstärkt Jalen Thompson die Abwehr, der den reichsten Free-Agent-Deal seit 2012 für die Cowboys erhielt. Neben ihm spielt Safety Malik Hooker. Im Mittelfeld bilden Dee Winters und DeMarvion Overshown das neue Linebacker-Duo. Winters kam per Trade von den San Francisco 49ers und hatte 101 Tackles in der vergangenen Saison. An der Cornerback-Position spielen DaRon Bland und Shavon Revel Jr.
Die Parallele zu 2021 springt ins Auge. Damals brauchte es sieben neue Defensive Starter, um einen Sprung vom 28. Platz (Points Allowed 2020) auf Platz fünf zu schaffen. Das schafften sie mit Dan Quinn als Koordinator und Micah Parsons als Draft-Pick. Die Cowboys glauben, dass Parker und Downs einen ähnlichen Reset möglich machen.
Ballports-Take: Für deutsche Cowboys-Fans ist das ein Wendepunkt mit hohem Risiko und großem Chancenpotenzial. Die Defensive von 2025 war unwatchbar, und Head Coach Mike Schottenheimer brauchte im zweiten Jahr schnelle Erfolge. Diese Umstrukturierung zeigt endlich echte Aktion. Caleb Downs hat Top-5-Potenzial und könnte die Secondary stabilisieren, doch alles hängt davon ab, ob Parker so viele neue Teile schnell integriert. Wer Cowboys-Defensive in Fantasy hat, sollte vorsichtig sein: Neue Systeme brauchen Zeit, um zu funktionieren. Mittelfristig könnte das aber wirklich die Basis für eine Top-10-Abwehr werden.