Gericht hebt NCAA-Sperre für Brendan Sorsby auf
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Gericht hebt NCAA-Sperre für Brendan Sorsby auf

Brendan Sorsby spielt wieder. Der Quarterback von Texas Tech hatte von der NCAA eine Sperre auferlegt bekommen, weil er auf College-Football gewettet hatte, auch auf Spiele seiner eigenen Teams. Am Montag setzte ein Bezirksgericht in Lubbock County, Texas, diese Sperre per einstweiliger Verfügung außer Kraft. Richter Ken Curry befand, dass die NCAA Sorsby nicht daran hindern darf, in der Saison 2026 für die Red Raiders zu spielen und zu trainieren.

Die ganze Geschichte beginnt mit Sorbys Geständnis. Der Quarterback gab zu, während seiner Zeit an der Indiana University, der University of Cincinnati und bei Texas Tech auf verschiedene Sportarten gewettet zu haben. Bei Indiana war er Scout-Team-Quarterback und Reserve. Von Juni 2022 bis Dezember 2023 platzierte er dort mindestens 2.900 Wetten im Gesamtwert von über 30.000 Dollar. Von diesen Wetten bezogen sich 40 auf Hoosiers-Spiele. Entscheidend für die aktuelle Gerichtsentscheidung: Bei keiner dieser Wetten handelte es sich um Spiele, in denen Sorsby selbst spielte oder hätte spielen können.

Die NCAA lehnt das Urteil strikt ab. In einer Stellungnahme beschuldigte die Organisation das Gericht, damit die Integrität des Sports zu untergraben. "Das Urteil gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit und beschädigt die Glaubwürdigkeit des College-Football nachhaltig", heißt es in der Aussage. Die NCAA betonte gleichzeitig, dass Wetten auf die eigene Sportart untersagt sind und zum Verlust der Spielberechtigung führen.

Sorsbys Anwälte begründeten ihren Fall anders. Sie verwiesen auf eine 35-tägige stationäre Behandlung in einem Rehabilitationszentrum in Arizona, wo Sorsby sich mit Glücksspiel- und Angststörungen auseinandersetzte. Die Anwälte argumentierten, dass die Verstöße gegen die Glücksspielrichtlinien der NCAA als psychische Erkrankung behandelt werden sollten. Das Gericht verband sich dieser Ansicht an und befand, dass Sorsby ohne die Injunction nicht nur irreparablen Schaden nehmen würde, sondern auch seiner Chance auf eine College-Football-Karriere beraubt werde.

Wie ernst es um Sorbys Karriere steht, zeigt auch die NCAA-Einschätzung selbst. Die Organisation räumte ein, dass gegen Sorsby keine Beweise für absichtliche Leistungsmanipulation oder die Nutzung von Insiderinformationen bei seinen Wetten vorliegen. Gleichzeitig erklärte die NCAA sich bereit, Sorsby weitermachen zu lassen, falls er einen anderen College wechselt. Aber Sorsby hat sich bewusst für Texas Tech entschieden. Der Quarterback galt in der Transfermarkt-Phase als Top-Ziel und wird von NFL-Scouts als ernstzunehmender Kandidat beobachtet.

Für deutsche Football-Fans ist dieser Fall ein seltener Blick hinter die Kulissen amerikanischer College-Regelwerke. Die Debatte um Spielerschutz versus Regelüberwachung spielt auch in der europäischen Football-Welt eine Rolle, etwa wenn es um mentale Gesundheit und strukturelle Unterstützung geht. Sorsbys Rückkehr zeigt, dass amerikanische Gerichte bereit sind, etablierte Organisationen herauszufordern, wenn fundamentale Karrierechancen auf dem Spiel stehen. Für Fantasy-Football-Spieler bedeutet das Urteil vor allem eines: Sorsby bleibt ein NFL-Prospect mit echtem Potential, dessen 2026er-Saison jetzt zur kritischen Prüfung wird. Wer den Quarterback monitoren will, sollte genau hinschauen, wie er sich mental und auf dem Platz in Texas Tech zurechtfindet.

Originalquelle: ESPN / CFBOriginal lesen →
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