Die San Antonio Spurs spielen heute Nacht gegen die Oklahoma City Thunder und haben die Chance, in der Western Conference Finals auszugleichen. Nur 15 Teams in der NBA-Geschichte ist es gelungen, einen 3:1-Rückstand in den Playoffs zu drehen. Die Spurs wollen nicht die 16. Mannschaft werden, die diesen Weg gehen muss.
Verletzungen prägen das Bild dieser Serie massiv. Die Thunder müssen auf Ajay Mitchell verzichten, der mit einer Oberschenkelverletzung ausfällt. Jaylen Williams ist fraglich wegen eines wiederkehrenden Hüftproblems. Bei den Spurs deuten Beobachtungen aus Game 3 darauf hin, dass Dylan Harper und De'Aaron Fox beide mit Verletzungen kämpfen, auch wenn sie nicht offiziell auf der Verletzungsliste stehen. Wie fit diese vier Spieler in die Partie gehen, könnte über Sieg oder Niederlage entscheiden.
Oklahoma City hat in den bisherigen Spielen eine Strategie perfektioniert: Isaiah Hartenstein und zusätzliche Defensespieler halten Victor Wembanyama konsequent von den Rebounds ab und drängen ihn an die Grundlinie. Die Spurs müssen dringend eine Antwort finden. Gleichzeitig wird San Antonio nicht umhinkommen, Shai Gilgeous-Alexander zu kontrollieren. Je mehr Aufmerksamkeit die Spurs ihm schenken, desto gefährlicher wird er. Das ist ein klassisches Dilemma: Wo setzt man die begrenzten Ressourcen ein?
Das Tempo entscheidet. Die Spurs gedeihen im schnellen Spiel, im Chaos der Transitions. Die Thunder spielen methodisch, kontrolliert, im Half-Court. Dort hat Gilgeous-Alexander Zeit zu lesen und zu orchestrieren. Die Mannschaft, die das Tempo diktiert, wird dieses Spiel gewinnen.
Wembanyama bleibt der teuerste DFS-Pick bei 19.200 Dollar, aber die Investition könnte sich lohnen. Er ist noch nicht weit weg von den 84 DraftKings-Punkten aus Game 1. Nach zwei ruhigeren Spielen ist Wembanyama reif für positive Regression, besonders wenn die Spurs ihn gezielt im Low Post einsetzen und früher in Possessions zu ihm spielen. Stephon Castle auf der anderen Seite profitiert direkt von den Verletzungen in der Spurs-Guard-Rotation. Mit weniger verfügbaren Ball-Handlern konzentriert sich die Usage auf Castle. In den letzten zwei Spielen verzeichnete er durchschnittlich 16 potenzielle Assists pro Spiel. Seine Fähigkeit, die Defense zum Rim zu treiben und dann an freie Shooter zu passen, sollte sich in der Assist-Statistik bemerkbar machen. Eine Wette auf über 6,5 Assists macht Sinn.
Die Gesamtpunkte der Partie liegen bei 218,5. Unter diesem Wert zu gehen ist attraktiv. Oklahoma City hat sein Three-Point-Shooting der letzten Spiele zu einer Rate betrieben, die vermutlich nicht zu halten ist. San Antonios Bank-Rotation funktioniert derzeit nicht. Mit den Verteidigern, die in dieser Serie spielen, und angesichts der Notwendigkeit für die Spurs, zu reagieren, werden Punkte schwer zu erarbeiten sein.
Ballports-Take: Für deutsche Basketball-Fans sind die Spurs eine faszinierende Story dieser Playoffs. Mit dem jungen deutschen Kern um Wembanyama und unter Coach Gregg Popovich zeigt San Antonio, dass es eine Philosophie gibt, die älter und etablierter ist. Diese Serie zeigt auch, wie wichtig Tiefe und Gesundheit in den Playoffs sind. Im Fantasy-Basketball sind Castle und Wembanyama beide spannende Plays, aber Wembanyama muss wieder beweisen, dass er die Offensive dominieren kann. Die nächsten Spiele entscheiden über die ganze Serie.