Steelers-Abwehr im Umbruch unter Patrick Graham
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Steelers-Abwehr im Umbruch unter Patrick Graham

PITTSBURGH - Die Pittsburgh Steelers haben ihre Verteidigung neu aufgestellt. Nachdem Mike Tomlin Ende Januar seinen Posten räumte, übernahm Patrick Graham die Koordination der Defense. Das bedeutet konkret: Neues System, neue Ideen, neuer Druck auf jeden einzelnen Spieler.

Nick Herbig, Pass Rusher der Steelers, deutete bereits an, worauf sich die Mannschaft einstellen muss. Als er nach den neuen Wrinkles in Grahams Defense gefragt wurde, grinste er geheimnisvoll. "Ich kann dir nicht die ganze Sauce verraten", sagte Herbig. "Das ist eine Herausforderung für nicht nur die Linebacker, sondern die ganze Defense. Es testet dein Football-IQ, dein Wissen über das Spiel, wo jeder steht, damit wir als Einheit spielen können." Das ist insofern bemerkenswert, als die Steelers zwei Jahrzehnte lang unter Dick LeBeau und später Mike Tomlin eine bestimmte defensive Identität gepflegt haben. In Tomlins ersten fünf Jahren schaffte es Pittsburgh viermal in die Top 5 der Scoring Defense. In den letzten zwölf Saisons unter Tomlin gelang das nur zweimal, 2019 und 2020. Auch bei den Sacks ist die Bilanz düster: Seit 2021 findet sich Pittsburgh nicht mehr in den Top 5 wieder.

Graham baut sein System darauf auf, zunächst die Basics zu perfektionieren. Seine Philosophie: Im ersten und zweiten Down die Gegner in schwierige Situationen zwingen, dann erst die kreativeren Spielzüge auspacken. "Das ist da, wo die Fantasie verrückt spielt", erklärte der neue Coordinator. "Aber ich werde nicht zu weit weg von dem gehen, wofür diese Stadt bekannt ist. Wir müssen hart spielen, physisch, einschüchternd." Diese Anleitung orientiert sich an dem, was die Steelers historisch ausgemacht hat: Eine Defense, die den gegnerischen Quarterback unter Druck setzt und nichts geschenkt bekommt.

Während seiner Zeit bei den Las Vegas Raiders zeigte Graham bereits, wie er mit dynamischen Pass Rushern arbeitet. Mit Maxx Crosby spielte er den Elite-Pass Rusher an verschiedenen Stellen. Crosby verbrachte zwar die meiste Zeit (692 Snaps) am Left End und kam dort auf 9 Sacks, zwei erzwungene Fumbles und eine Interception. Aber Graham ließ ihn auch 140 Snaps am Right End spielen, wo Crosby noch einen Sack und fünf Tackles for Loss hinzufügte. "Meine Aufgabe war, ihn freizuspielen", sagte Graham.

Die gleiche Flexibilität plant Graham auch mit T.J. Watt. Der Star-Pass Rusher der Steelers soll mehr beweglich eingesetzt werden. Ein Jahr lang predigte Watt zusammen mit dem damaligen Coordinator Teryl Austin die Notwendigkeit, seine Position vor dem Snap zu variieren. In der Saison setzte sich das aber nicht durch. Watt spielte 94 Prozent seiner Defensive Snaps am Left Outside Linebacker. Dort kam er auf 19 Quarterback Hits, zwei Interceptions und sieben Sacks. An anderen Positionen fehlte ihm die Kontinuität.

Cameron Heyward, einer der Anführer in der Defense, hat die richtige Haltung für diesen Wandel. "Man muss die Veränderung annehmen", sagte der Veterane. "Es gibt Dinge, die man gleich halten möchte, aber man muss den Ego zur Seite legen und das tun, was für die Gruppe am besten ist. Es sind nicht nur junge Spieler, auch einige Trainer müssen noch lernen, und wir wollen denen eine Brücke bauen."

Für deutsche Steelers-Fans wird es spannend zu beobachten, wie Graham T.J. Watt und die übrige Defense neu kalibriert. Wenn es gelang, Watt flexibler einzusetzen und damit effektiver zu machen, könnte die Pittsburgh-Abwehr wieder in die Spur finden. Fantasy-Football-Spieler sollten Watts Output im Auge behalten: Eine diversifiziertere Einsatzweise könnte sein Sack-Volumen ändern, könnte aber auch seine Gesamtwirkung verbessern. Graham hat mit Las Vegas bewiesen, dass er weiß, wie man Elite-Pass Rusher maximal nutzt. Pittsburgh hat die Spieler für sein System, jetzt kommt es auf die Umsetzung an.

Originalquelle: ESPN / NFLOriginal lesen →
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