Aden Holloway könnte bald wieder für Alabama Basketball spielen. Der Guard hatte sich in ernsthafte juristische Schwierigkeiten begeben, als die Polizei im März knapp ein Kilogramm Marihuana in seiner Wohnung beschlagnahmte. Daraufhin war er von allen schulischen Aktivitäten ausgeschlossen und verpasste das NCAA-Turnier.
Nun gibt es einen Ausweg. Holloway trat diese Woche in ein Programm für Ersttäter ein, das es ihm ermöglicht, die Anklage fallen zu lassen und gleichzeitig sein straffreies Führungszeugnis zu bewahren. Sein Anwalt Jason Neff erklärte ESPN: "Als Ersttäter wird die Anklage nach Abschluss des Programms fallen gelassen." Das klingt nach einem Segen für den 21-jährigen Spieler, der in der vergangenen Saison 16,8 Punkte pro Spiel erzielte und dabei 44 Prozent seiner Dreier traf.
Das Programm selbst ist nicht kompliziert, setzt aber Disziplin voraus. Holloway muss eine Geldstrafe von 1.300 Dollar zahlen, gemeinnützige Arbeit leisten und sich regelmäßigen Drug- und Alkohol-Screenings unterziehen. Sollte er gegen die Bedingungen verstoßen, wird er zu einem Schuldbekenntnis gezwungen. Das Programm kann bis zu sechs Monate dauern, was bedeuten würde, dass Holloway rechtzeitig für die Saison 2026-27 wieder auf dem Platz stehen könnte.
In einem Brief an das Gericht, den ESPN einsehen konnte, zeigte Holloway Reue und übernahm Verantwortung für sein Handeln. "Ich bin ein guter Student, ein wettbewerbsfähiger Athlet und ein guter Bürger, der nie zuvor in irgendwelche Schwierigkeiten geraten ist", schrieb er. Die Polizei hatte zwar Hinweise auf "Drogengeschäfte" auf seinem Handy gefunden, doch Holloway beteuerte durch seinen Anwalt, dass er niemals vorhatte, das Marihuana zu verkaufen.
Head Coach Nate Oats signalisierte nach Holloways Suspendierung, dass die Universität eine Stipendium für ihn reserviert hat, sollte er seinen Fall gewinnen. Allerdings bremst Athletic Director Greg Byrne die Erwartungen: Er sagte dem Sender AL.com, dass jedes Gespräch über eine Rückkehr "sehr verfrüht" sei. Für den Spieler selbst wäre es aber eine Gelegenheit, auf höchstem College-Basketball-Niveau zurückzukehren, wenn das Programm erfolgreich abgeschlossen ist.
Ballports-Take: Holloway war für Alabama eine wichtige Kraft im Backcourt und sein Ausfall letzte Saison war spürbar. Mit 16,8 Punkten pro Spiel und stabiler Dreierquote gehört er zum Top-Talent an der College-Elite, wenn er zurückkehrt. Für Fantasy-Draft-Spieler ist die Situation noch unklar, doch sollte die juristische Hürde fallen und Oats ihn tatsächlich wieder einsetzt, wird Holloway sehr schnell wieder auf dem Radar interessanter Teams landen. Deutsche Fans sollten die Entwicklung verfolgen, da Holloway das Zeug hat, in den NBA Draft zu gehen und dort relevant zu werden. Die nächsten Monate sind für seinen Karriereverlauf entscheidend.