NCAA ermittelt gegen Ole Miss wegen Tamperingvorwürfe durch Clemson
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NCAA ermittelt gegen Ole Miss wegen Tamperingvorwürfe durch Clemson

Die NCAA öffnet eine Ermittlung gegen Ole Miss, nachdem Clemson-Trainer Dabo Swinney seinen Kollegen Pete Golding öffentlich des Tampering bezichtigt hat. Im Zentrum des Falls: Linebacker Luke Ferrelli, der von California zu Clemson wechselte, sich dort einschrieb und mit den Tigers trainierte, bevor Ole Miss ihn offenbar massiv umwarb.

Ferrellis Weg zeigt das Chaos im modernen College Football. Der 2025 ACC Defensive Rookie of the Year bei Cal unterzeichnete einen Revenue-Sharing-Vertrag mit Clemson, zog in Clemson, South Carolina, ein und begann mit den Trainingseinheiten. Dann, am 14. Januar, schaltete sich Ole Miss ein. Ferrellis Agent Ryan Williams kontaktierte Clemsons GM Jordan Sorrells mit der Nachricht, dass die Rebels "hart" nach seinem Mandanten gingen. Sorrells wandte sich an Ole-Miss-GM Austin Thomas und forderte ein Ende der Annäherungsversuche. Thomas versicherte zwar, selbst Tampering nicht zu unterstützen, aber sagte laut Sorrells auch, dass Golding "eben sein Ding macht".

Swinney hielt am 23. Januar eine Pressekonferenz ab und legte dar, wie aggressiv Ole Miss vorgegangen sein soll. Golding habe Ferrelli während einer 8-Uhr-Vorlesung eine Textnachricht geschickt und nach der Höhe seines Clemson-Buyouts gefragt. Dann soll Golding ein Foto eines 1-Million-Dollar-Vertrags verschickt haben. Noch brisanter: Nicht nur Trainer, sondern auch Spieler versuchten den Umbruch zu beschleunigen. Ole-Miss-Star-QB Trinidad Chambliss und New York-Giants-QB Jaxson Dart, ein ehemaliger Ole-Miss-Starter, riefen Ferrelli an und versuchten, ihn zurück in den Transfer Portal zu locken.

Die NCAA nahm die Anschuldigung ernst. Am selben Tag der Pressekonferenz, dem 23. Januar, öffnete ein NCAA-Enforcement-Associate eine formale Untersuchung. In einer E-Mail an Ole Miss Senior Associate Athletic Director Taylor Hall forderte die NCAA auf, mehrere Telefone forensisch zu untersuchen: Goldings Diensthandy und private Geräte, die Telefone von GM Austin Thomas, Inside-LBs-Coach Jay Shoop, Outside-LBs-Coach Matt Kitchens, Director of Player Personnel Jai Choudhary und Senior Associate Athletic Director Matt McLaughlin. Auch Ferrellis Geräte und alle Telefonaufzeichnungen vom Dezember 2025 bis Januar 2026 sollen eingereicht werden.

Swinney machte seine Frustration deutlich: "This is a whole other level of tampering. It's total hypocrisy. We have a broken system, and if there are no consequences for tampering, then we have no rules and we have no governance." Ole Miss lehnte einen Kommentar ab. Clemson machte aus Datenschutzgründen (Ferrelli ist nicht mehr Student-Athlet) keine Aussage zu Details. Nach ESPN-Informationen befindet sich die NCAA-Ermittlung noch in einem frühen Stadium.

Ballports-Take: Das ist eine seltene Eskalation: Ein etablierter Coach wie Swinney nennt einen Kollegen öffentlich beim Namen und wirft ihm vor, die Regeln zu brechen. Für deutsche Fans, die College Football verfolgen, offenbart dieser Fall die Instabilität des Transfer-Systems. Ein Spieler kann innerhalb weniger Wochen mehrere Staaten, mehrere Schulen und mehrere Verträge durchlaufen. Die NCAA reagiert hier schnell, aber die Frage bleibt: Werden Konsequenzen folgen, die Tampering wirklich unterbinden? Swinney glaubt das offenbar nicht mehr.

Originalquelle: ESPN / CFBOriginal lesen →
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