Brock Rechsteiner hat sich gegen die Wrestling-Karriere und für die NFL entschieden, zumindest vorerst. Der Sohn von WWE-Legende Scott Steiner, bekannt als "Big Poppa Pump", hat einen Platz auf der 90-Mann-Liste der New Orleans Saints erhalten. Das gab seine Agentur US Sports Management nach einem Tryout beim Rookie Mini Camp der Saints bekannt.
Rechsteiner kommt von der Jacksonville State University, wo er in vier Spielzeiten 52 Pässe für 630 Yards und sieben Touchdowns fing. Mit diesem Profil war er kein Draft-Pick, aber die Saints sahen offenbar genug Potenzial in dem undrafted Free Agent. Zuvor hatte Rechsteiner auch schon bei den Tennessee Titans zum Rookie Mini Camp teilgenommen, ohne dabei einen Vertrag zu erhalten.
Die Wrestling-Karriere ist für den 22-Jährigen nicht vom Tisch. Im Jahr 2025 unterzeichnete Rechsteiner bereits einen NIL-Deal mit WWE, kann die Leinwand also jederzeit betreten. "Ich möchte solange Football spielen wie möglich", sagte Rechsteiner selbst über seine aktuelle Priorität. Er folgt damit dem Weg seines Cousins Bronson Rechsteiner, der 2020 die Baltimore Ravens durchlief und später unter dem Namen Bron Breakker zum Wrestler wurde.
Die Wrestling-Gene sind in der Familie stark verankert. Scotts Bruder Robert, genannt Rick Steiner, wurde 2022 zusammen mit Scott in die WWE Hall of Fame aufgenommen. Das Steiner Brothers Tag Team gehört zu den legendärsten Paarungen der Wrestling-Geschichte. Brock hat diese Arbeitsmoral mitbekommen. "Mein Vater arbeitet sehr hart, mein Onkel arbeitet sehr hart, mein Cousin Bron Breakker arbeitet sehr hart. Das hat uns gezeigt, wie hart wir selbst arbeiten müssen, um großartig in dem zu werden, was wir tun wollen", beschrieb Rechsteiner seinen Antrieb.
Ballports-Take: Der Fall Rechsteiner ist symptomatisch für eine wachsende Szene: Second-Generation-Athleten, die zwischen verschiedenen Sportarten und Entertainment-Welten pendeln. Für DACH-Fans interessant ist weniger die unmittelbare Fantasy-Football-Relevanz eines undrafted Free Agents bei den Saints, sondern die Symbolik. Hier bricht jemand nicht aus der Familie aus, sondern testet die Grenzen zwischen zwei Welten aus. Ob Rechsteiner tatsächlich bis in die NFL-Saison kommt oder doch schneller zur WWE-Tour wechselt, zeigt sich in den nächsten Monaten. Die Saints haben sich damit eine interessante Tiefenoptionen ins Team geholt, ohne großes Risiko einzugehen.