Die San Antonio Spurs stehen vor der Chance, die Serie gegen die Minnesota Timberwolves zu beenden. Im sechsten Spiel der Western Conference Second Round führt San Antonio mit 3-2, und die Ausgangslage könnte kaum besser sein: Die Spurs gewannen das letzte Aufeinandertreffen am Mittwoch mit 126-97 deutlich.
Victor Wembanyama war dabei der Schlüssel zum Erfolg. Der französische Superstar erzielte 27 Punkte und zeigte wieder einmal, warum die Spurs diese Playoffs dominieren. Über die letzten zehn Spiele gemittelt, legt Wembanyama 25 Punkte pro Partie auf, kombiniert mit 11,5 Rebounds und 3,1 Blocks. Das macht ihn zur größten defensiven Präsenz im Westen. An seiner Seite liefert Stephon Castle als zweites Playmaker-Rad der Spurs durchschnittlich 18,7 Punkte und 6,1 Assists in den letzten zehn Spielen. San Antonio schießt in dieser Phase 48,4 Prozent aus dem Feld und lässt die Gegner auf nur 101,8 Punkte pro Partie.
Bei Minnesota sieht es deutlich angespannter aus. Julius Randle versucht mit 21,1 Punkten und 6,7 Rebounds pro Saison die Offensive zu stabilisieren, doch Anthony Edwards, normalerweise das Herz der Wolves, verzeichnet über die letzten zehn Spiele nur 17 Punkte im Durchschnitt. Das ist zu wenig gegen eine Spurs-Defensive, die das Three-Point-Shooting von Minnesota besonders gut unter Kontrolle hat. Die Timberwolves werfen 13,8 Dreier pro Spiel, doch die Spurs geben nur 13,0 im Durchschnitt auf. Ein kleiner Vorteil, aber in diesem Format entscheidend.
Der größte Knockout-Faktor liegt in der Effektivität. Die Spurs führen die Western Conference mit 47,0 Rebounds pro Spiel an, Minnesota rangiert mit 16,0 Fast-Break-Punkten nur auf Platz fünf. San Antonio kontrolliert sowohl die Grenzen des Spielfelds als auch das Tempo. Hinzu kommt: Die Wolves sind durch Verletzungen gebeutelt. Donte DiVincenzo fällt die komplette restliche Saison aus, eine weitere Komponente, die Minnesota schwächt.
Für Freitag, 21:30 Uhr MEZ, sind die Spurs mit 4,5 Punkten Favorit. Ein Heimspiel in Minneapolis für Minnesota, aber im aktuellen Rhythmus wirkt das eher eine Formalität als echte Hoffnung.
Ballports-Take: Wembanyama ist in diesen Playoffs auf einem anderen Level unterwegs und zeigt, dass die Spurs-Zukunft längst Gegenwart ist. Für deutsche Fans, die San Antonio verfolgen, ist das ein äußerst angenehmes Problem: Ein deutschsprachiger Basketball-Fan könnte zum ersten Mal seit Tim Duncans Rücktritt wieder einen französischen Superstar sehen, der San Antonio zu einem Titel führt. Falls die Spurs hier abräumen, geht es direkt in die Finals. Wembanyama ist aktuell einer der heißesten Playoff-Performer der NBA, ein reiner Sieg-Driver für San Antonio.