Die Cincinnati Bengals haben sich einen teuren Neuzugang geleistet und zahlen dafür jetzt mit ihrer Salary Cap. Quarterback Joe Burrow musste seinen Vertrag umstrukturieren, um Platz zu schaffen. Dadurch gewinnen die Bengals zehn Millionen Dollar an Cap Space für die kommende Saison.
Auslöser der Aktion war der Pre-Draft-Trade für Defensive Tackle Dexter Lawrence II. Die Bengals gaben ihren zehnten Pick in diesem Draft auf, um den Pass Rusher zu holen. Eine ungewöhnlich aggressive Aktion für eine Organisation, die sonst eher konservativ agiert. Vor der Umstrukturierung hatten die Bengals nur 7,1 Millionen Dollar effektiven Cap Space zur Verfügung. Theoretisch hätten sie Burrows gesamten Base Salary für die kommende Saison umwandeln und so bis zu 19,2 Millionen Dollar freimachen können. Stattdessen beschränkten sie sich auf zehn Millionen.
Burrow hatte 2023 eine 275-Millionen-Dollar-Verlängerung unterzeichnet. Duke Tobin, der facto General Manager der Bengals, deutete bereits im April an, dass solche Maßnahmen möglich seien. Er verteidigte die Herangehensweise damit, dass die Organization die richtigen Spieler zusammenstellen wolle. Die Locker Room sei dabei auf ihrer Seite und wolle das beste Team möglichweise zusammen haben, nicht die besten individuellen Verträge.
Die Bengals versuchen damit, erstmals seit 2022 wieder in die Playoffs zu kommen. In der vergangenen Saison fiel Burrow mit einer Turf-Toe-Verletzung aus und verpasste neun Spiele. Der zweimalige MVP-Finalist soll nun mit neuem Personal wieder zu seiner Top-Form finden.
Für deutsche Bengals-Fans ist das ein klares Signal: Die Organisation macht Ernst mit dem Playoff-Anspruch und nimmt dafür Cap-technische Herausforderungen in Kauf. Lawrence an der Defensive Line könnte die Pass Defense entscheidend verstärken. Gleichzeitig zeigt die Bereitschaft zur Umstrukturierung, dass Burrows Vertrag langfristig flexibel gestaltet ist, was die Bengals mehrere Saisons über handlungsfähig halten sollte. Wer Burrow in seiner Fantasy League hat, sollte aufatmen: Mehr Pass Rusher bedeutet in der Regel auch bessere Chancen für den QB und seine Receiver.