Caitlin Clark hat die Indiana Fever in letzter Sekunde vor dem Kollaps bewahrt. Mit 1,2 Sekunden auf der Uhr nahm sie einen Pass von der gegnerischen Seite an und versenkte einen Dreier aus der linken Wing-Position. Das Netz zitterte, die Bank explodierte, Endstand 78-76 gegen die Washington Mystics. Doch bis dahin war der Abend für die Fever eine Achterbahnfahrt.
Indiana startete dominant. Clark allein erzielte zehn Punkte im ersten Viertel, und zur Halbzeit führte die Fever mit 43-29. Im dritten Viertel machte Clark ein Four-Point-Play und baute den Vorsprung auf 17 Punkte aus. Dann wechselte das Momentum komplett. Washington fehlte zwar Kiki Iriafen mit einer Sprunggelenkverletzung, aber die Mystics kämpften sich zurück. Shakira Austin und ihre Teamkollegen verkürzen und verkürzen, bis Washington plötzlich 74-73 vorn stand.
In den Schlussminuten wurde es eng. Clark verpasste zwei Free Throws mit noch 36 Sekunden zu spielen. Nach einem Turnover von Austin brachte Clark dann Kelsey Mitchell per Alley-Oop zum Layup, was der Fever kurzzeitig einen Ein-Punkt-Vorsprung verschaffte. Washington antwortet mit einem umstrittenen Foul-Call gegen Sonia Citron, die eine Schnelligkeit und Spielintelligenz zeigte. Doch Clark bekam noch eine Chance. Nach einer Washington-Auszeit fing sie den Crosscourt-Pass auf, während Cotie McMahon nach dem Ball griff und verfehlte. Clark war völlig freigespielt, drei Meter vom Logo entfernt, und traf zum Sieg.
Clark beendete die Partie mit 19 Punkten. Mitchell trug 15 bei, Aliyah Boston 14. Die Mystics hatten kein Glück: Michaela Onyenwere erzielte 17 Punkte, aber es reichte nicht. Es war Clarks zweiter Buzzer Beater gegen Washington in dieser Saison. Im Vormonat zwang sie die Mystics mit einem Dreier mit 1,7 Sekunden in die Verlängerung, doch diesmal hielt die Fever stand.
Für deutsche Basketball-Fans ist Clarks Nervenstärke im WNBA-Alltag beeindruckend. Sie zeigt nicht nur im College, sondern auch in den Playoffs-relevanten Momenten der Profi-Liga, dass sie unter Druck liefert. Mitchell und Boston werden zu guten Anlagestücken für Fantasy-Basketball-Spieler, die auf eine stabile Rotation setzen. Die Fever haben mit dieser Art von Dramatik bewiesen, dass sie ein Team sind, das in großen Momenten nicht zusammenbricht, sondern zusammenhält.