Todd Monken wird nach dem dreitägigen Minicamp der Cleveland Browns keinen Starting Quarterback benennen. Das sagte der Trainer am Dienstag in Berea, Ohio, und machte damit klar: Die Entscheidung zwischen Deshaun Watson und Shedeur Sanders fällt erst später.
Monken hatte sich eigentlich vorgenommen, mit einer klaren Tiering in den Training Camp zu gehen. Doch was er auf dem Platz sieht, zwingt ihn zum Umdenken. Watson und Sanders haben sich die First-Team-Reps im gesamten Offseason-Programm geteilt, beide spielen gut genug, um die Konkurrenz zu rechtfertigen. Am Dienstagtraining bekam Sanders alle Starting-Reps in den 11-on-11-Drills, während Watson mit der zweiten Einheit trainierte. Am Mittwoch dreht sich das um: Watson führt die First-Team an. Am Donnerstag, dem letzten Tag des Minicamps, teilen sich die beiden die Starting-Reps.
"Ich würde das gerne entschieden haben", sagte Monken. "Aber ich mag beide. Es ist wirklich so einfach." Der Grund für seine Zurückhaltung: Ohne volle Pads, ohne echte Gegner, ohne Scrimmages und Preseason-Spiele kann man einfach noch keine echte Aussage treffen. Monken betonte mehrfach, dass einer der Quarterbacks sich deutlich nach oben oder unten separieren müsste, damit er einen Schnitt macht. Das ist bisher nicht passiert.
Monken ist sein erstes Jahr als Head Coach in der NFL. Anfangs hatte er gehofft, die Depth Chart frühzeitig zu klären. Doch in den vergangenen Tagen merkte er, wie die täglichen Eindrücke ihn immer wieder hin und her werfen. Besonders relevant ist seine Aussage, dass die Browns "zwei Starting-Level-Quarterbacks" haben. Das ist eine seltene Situation, und Monken scheint sie ernst zu nehmen.
Für deutsche Fans, die den Browns folgen, ist diese Offenheit interessant: Sie deutet auf ein Team hin, das tatsächlich Optionen hat und nicht in einer Krise steckt. Die Entscheidung wird erst im echten Training Camp fallen, wenn die Pads angezogen werden und der Druck steigt. Watson muss beweisen, dass er nach seinen Verletzungen und der Umstellung auf die neue Offense wieder top-Form hat. Sanders muss zeigen, ob sein College-Success sich gegen NFL-Defense durchsetzt. Bis dahin bleibt eines sicher: Die Konkurrenz ist echt, und das ist für die Browns-Offense potentiell gesund.