Lauren Hassell hat sich für Vanderbilt entschieden. Die zehntbeste Spielerin der SC Next Klasse 2027 gab am Freitag ihre Zusage bekannt und beschert Trainerin Shea Ralph damit ihren ersten Commitment im 2027er Zyklus. Hassell ist erst die dritte Top-10-Spielerin, die sich festgelegt hat. Davor wählten die Nummer 3, Caroline Bradley, LSU und die Nummer 5, Eve Long, Notre Dame.
Die 1,90 Meter große Forward hatte Louisville und North Carolina in den Entscheidungsprozess einbezogen, entschied sich dann aber für die Commodores. "Everything happens for a reason", sagte sie ESPN. "Ich habe Vanderbilt gewählt, weil es sich wie zu Hause anfühlt und sie bauen etwas Besonderes auf, das ich mit aufbauen möchte." Für Vanderbilt ist das der Schwerpunkt: Hassell ist die höchst bewertete Spielerin, die sich seit Mikayla Blakes im Jahr 2024 zu den Commodores bekennt.
In ihrer Junior-Saison an der Clarksville Christian in Tennessee lieferte Hassell beeindruckende Zahlen. Sie erzielte durchschnittlich 25,5 Punkte, 11,2 Rebounds und 2,5 Assists bei 60 Prozent Feldquote. Seit einem Fußverletzung am 12. Februar, die eine Operation nach sich zog, spielt sie allerdings nicht mehr. Deshalb wird sie den kompletten Sommer-Clubcircuit verpassen. Im vergangenen Jahr bei den adidas 3SSB Championships zeigte sie ihre Qualität: 18,9 Punkte und 7,4 Rebounds im Schnitt, dazu knapp 80 Prozent von der Freiwurflinie.
Hassell wird von scouting-Abteilungen bereits seit der Middle School beobachtet. Früh zeigte sie ein fundiertes, vielseitiges Spiel. Als sie wuchs und körperlich größer wurde, musste sie erst an diese Veränderungen gewöhnen, arbeitete aber an diesen Herausforderungen. Mit zunehmender Reife und Kraft ist jetzt deutlich, warum sie schon früh als Top-Prospect identifiziert wurde. Sie hat ein hochwertiges Face-Up-Spiel entwickelt und bewies defensive Vielseitigkeit. Mit der Fähigkeit, aus der Distanz zu treffen und Mitspielerinnen einzubinden, kann sie sich zu einem Stretch Forward entwickeln, wie moderne Offensiven sie brauchen.
Vanderbilt baut damit an seinem 2027er-Jahrgang. Trainerin Ralph hat in ihrer 2026er-Recruiting-Klasse bereits Olivia Jones (Nummer 16), Jhai Johnson (Nummer 37) und die dreistern-Forward Sther Ubaka verpflichtet. Diese Gruppe wird mit Mikayla Blakes und Backcourt-Spielerin Aubrey Galvan zusammenspielen und soll das Sweet-16-Ergebnis der vergangenen Saison fortsetzen oder sogar überbieten.
Ballports-Take: Für europäische Fans sind diese frühen Commitments in der NCAA ein gutes Zeichen für die Qualität des US-College-Basketballs. Hassell ist ein komplettes Package: Größe, Athletik, Ballhandling und Range. Vater Trenton Hassell hat ihre DNA im Basketball geprägt, und das sieht man im Spiel. Das Risiko liegt aktuell in der Verletzungspause. Wenn sie den Sommer über nicht trainieren kann, könnte das ihren offseason-Fortschritt bremsen. Vanderbilt hat aber Zeit, und mit Blakes und Galvan ist die Basis gelegt. Für College-Basketball-Fans in Deutschland lohnt sich der Blick auf Shea Ralph und die Commodores.