Die NFL experimentiert in dieser Saison mit Spieltagen außerhalb der traditionellen Fenster. Den Anfang macht ein Mittwoch-Spiel zum Saisonauftakt am 9. September, wenn die New England Patriots auf die Seattle Seahawks treffen, ein Super-Bowl-Rematch. Hinzu kommt ein weiteres Wednesday-Night-Game am 25. November, wenn die Green Bay Packers die Los Angeles Rams besuchen.
Die Liga folgt dabei einer klaren Logik: Die Quoten sind gestiegen. Im vergangenen Jahr erreichte die NFL durchschnittlich 18,7 Millionen Zuschauer pro Spiel, was dem zweithöchsten Wert seit der Datenerfassung 1988 entspricht. Das ist ein Anstieg um zehn Prozent. Hans Schroeder, Geschäftsführer für Medienverteilung in der NFL, brachte es auf den Punkt: Alle Broadcast-Partner legten zu. Das gibt der Liga Selbstvertrauen, an den Grenzen des Gewohnten zu rütteln.
Bei der Planung für 2026 zieht die NFL alle Register. In der Thanksgiving-Woche wird an fünf aufeinanderfolgenden Tagen Fußball gespielt, mittwochs bis montags. In der Weihnachtswoche folgen ein Spiel am Heiligabend, drei am ersten Weihnachtstag, eine große Sunday-Slate und ein Monday-Night-Match. "Wir sind wahrscheinlich so dünn wie möglich verteilt in dieser Woche", sagte Mike North, Vice President für Broadcast-Planung. "Fans wählen mit ihrer Fernbedienung. Sie zeigen uns, dass sie NFL-Spiele an Weihnachten sehen wollen."
Freitag-Nacht-Games in Woche eins sind bis 2029 gesperrt. Der Sports Broadcasting Act von 1961 verbietet der NFL, Spiele am Freitagabend ab dem zweiten September-Freitag zu zeigen. Das Freitag-Fenster öffnet sich wieder 2029. Schroeder betont aber, dass der Kern der Saison unangetastet bleibt. Die Masse der Spiele läuft weiterhin sonntags, im traditionellen Muster.
Ballports-Take: Die NFL macht aus ihrer Erfolgs-Bilanz eine Strategie. Wer regelmäßig die Quoten verfolgt, sieht das Signal: Die Liga wird flexibler bei Spielzeiten, verteilt Games bewusster über die Woche und testet, ob Fans auch mittwochs und an Weihnachten einschalten. Für DACH-Fans ist das neutral, solange die Timezone-Probleme nicht größer werden. Interessanter: Die Daten zeigen, dass Menschen NFL-Football deutlich häufiger schauen als vor einem Jahr. Das ist bullish für alle Sportartner und erklärt, warum auch andere Ligen experimentieren.