Cowboys-Left-Tackle Guyton muss sich seinen Platz verdienen
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Cowboys-Left-Tackle Guyton muss sich seinen Platz verdienen

FRISCO, Texas - Die Dallas Cowboys haben für die kommende Saison große Pläne. Die Offense war bereits 2025 beeindruckend: 391,9 Yards pro Spiel (Platz zwei in der NFL) und 471 Punkte insgesamt. Das sind die viertmeisten Punkte in der Franchise-Geschichte. Mit Quarterback Dak Prescott, Wide Receivern wie CeeDee Lamb und George Pickens, Running Back Javonte Williams mit über 1.000 Yards und Tight End Jake Ferguson sieht die Offensive Line auf dem Papier stark aus. Hinzu kommen Pro-Bowler Tyler Smith am linken Guard und Tyler Booker, der erste Pick der vergangenen Saison, am rechten Guard.

Doch ein Fragezeichen bleibt: Left Tackle Tyler Guyton, erster Pick der Cowboys aus 2024. Ob die Laufspiele und das Passspiel wirklich florieren, könnte an seiner Konsistenz entscheiden. Head Coach Brian Schottenheimer, in seiner zweiten Saison, möchte sich nicht gezwungen sehen, Tyler Smith nach links zu verschieben, was dieser nicht favorisiert.

Guyton hat in seinen ersten zwei Saisons viel durchgemacht. Von 34 möglichen Spielen war er in 25 dabei, startete 21 Mal, inklusive aller zehn Spiele der Saison 2025. Verletzungen haben sein erstes Jahr geprägt: eine Knieverletzung und eine Schulterverletzung als Rookie. Im Training Camp 2025 fürchteten die Cowboys zunächst einen Riss des vorderen Kreuzbandes in seinem rechten Knie, diagnostizierten dann aber einen Bruch, der ihn etwa einen Monat aus der Trainingsgruppe nahm. Er startete zwar den Saisonauftakt, brauchte aber Zeit, um wieder in Tritt zu kommen. Nach einer fünf-Spiel-Serie mit ordentlichen Leistungen zog er sich eine High-Ankle-Sprain zu und verpasste die letzten sechs Spiele. Dazu kam ein Spiel, das er mit einer Gehirnerschütterung ausfiel.

Schottenheimer nennt das größere Problem beim Namen: Konsistenz. Deshalb konnte Guyton sich auch als Rookie nicht gegen Veteran Chuma Edoga durchsetzen und geht diese Saison in direkter Konkurrenz mit Nate Thomas in die Vorbereitung, ebenfalls ein Pick aus 2024 (siebte Runde). "Wir werden Tyler verdienen lassen müssen", sagte Schottenheimer. Das versteht Guyton, der betont: "Jeden Tag zur Arbeit kommen und besser werden. Es gibt überall Konkurrenz im Team. Das ist Fußball und jeder will spielen. Freundschaftlicher Wettbewerb ist nicht schlecht. Das bringt das Beste aus Menschen heraus."

Guyton trägt eine schwere Last. Er ist nicht nur ein First-Round-Pick, sondern steht im Schatten von Cowboys-Legenden: Tyron Smith (2011), Travis Frederick (2013) und Zack Martin (2014). Alle drei waren im zweiten Jahr Pro Bowler, zwei von ihnen sind wahrscheinlich Hall-of-Famers. Selbst Tyler Smith wurde in seinem zweiten Jahr zum Pro Bowler und unterschrieb den reichsten Interior-Offensive-Line-Vertrag der Franchise-Geschichte. Tyler Booker schien nahtlos Zack Martin zu ersetzen und könnte 2026 selbst Pro Bowler werden.

Guyton sagt, er fühle sich nicht unter besonderem Druck. Schottenheimer hat aber beobachtet, dass der Offensive Lineman hart an sich arbeitet. Zwei Wochen vor unserem Artikel besuchte der Coach The Star, das Trainingszentrum der Cowboys, an einem Samstag. Nur zwei Spieler waren da: Guyton und Second-Year-Running-Back Phil Mafah. "Tylers großes Problem ist, dass die Konsistenz nicht da war", erklärte Schottenheimer. "Er ist extrem talentiert. Vielleicht einer der athletischsten großen Männer, die ich je getroffen habe, mit seiner Fähigkeit, Kick Slide zu spielen, zu punchen, sich zu bewegen, zu laufen. Aber es braucht mehr Konsistenz und genau daran arbeitet er extrem hart."

Für deutsche Football-Fans ist Guyton ein interessantes Beispiel dafür, wie schnell der Druck auf eine Top-Auswahl steigen kann, wenn die Verletzungshistorie so früh beginnt. Der linke Tackle ist im American Football die am höchsten bewertete Position der Offensive Line, und die Cowboys investieren nicht leichtfertig in diese Stelle. Sollte Guyton seine Konsistenz-Probleme lösen, hat Dallas einen Elite-Pass-Rusher-Blocker für ein Jahrzehnt. Bleibt er inkonsistent, könnten die Cowboys gezwungen sein, ihre Offensive Line umzubauen, was große finanzielle Implikationen hätte. Die nächsten Wochen im Training Camp dürften entscheidend sein.

Originalquelle: ESPN / NFLOriginal lesen →
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