Kelsey Plum ist in dieser WNBA-Saison in Topform, und am Samstag bekam ihre alte Mannschaft das zu spüren. Die Guard der Los Angeles Sparks erzielte 38 Punkte, verteilte 9 Assists und holte 4 Rebounds, während die Sparks die Las Vegas Aces 101-95 schlugen. Plum traf 12 von 17 Feldwürfen, 6 von 7 Dreier und alle 8 Freiwürfe perfekt. Mit 26,8 Punkten pro Spiel führt sie die gesamte Liga in der Scoring-Quote an, vor Aces-Center A'ja Wilson (24,8 PPG).
Plum spielte sechs Saisons für Las Vegas und holte dort zwei WNBA-Titel. Vor der Saison 2025 wurde sie zu den Sparks getradet, im Gegenzug kam Jewell Loyd von den Seattle Storm zu den Aces. Am Samstag gesellte sich Plum einer exklusiven Gruppe bei: Sie ist erst die dritte WNBA-Spielerin überhaupt, die in fünf ihrer ersten sechs Saisonspiele 25 oder mehr Punkte erzielt. Elena Delle Donne (2015) und Maya Moore (2014) schafften das ebenfalls, beide gewannen im Jahr ihrer Leistung die MVP-Auszeichnung.
Für die Aces war es ein frustrierendes Wochenende. Das Team ist zwar 4-2 in der Bilanz, aber beide Niederlagen kamen in den eigenen vier Heimspielen. Nach der Meisterschaftszeremonie am 9. Mai mit Ringübergabe und Banneraufhängung gegen Phoenix verloren sie nun auch gegen Los Angeles. Wilson versuchte mit 24 Punkten und 15 Rebounds gegenzusteuern, es reichte aber nicht gegen sechs Sparks-Spieler im zweistelligen Bereich. Beeindruckend war auch die Leistung von Cameron Brink, der 2er-Pick aus dem 2024 Draft, der nach Knieverletzungen in seinen ersten beiden Saisons (34 Spiele insgesamt) jetzt mit 16 Punkten und 8 Rebounds aufblühte. Die Sparks stehen damit 3-3.
Plum sprach nach dem Spiel von ihrer Vorbereitung durch die Unrivaled-Saison und betonte ihre neue Effizienz. Seit ihrer Auswahl als 1er-Pick 2017 aus der University of Washington hat die 31-Jährige 3.527 College-Punkte markiert, Rang zwei in der NCAA-Geschichte hinter Caitlin Clark (3.951). Ihre aktuellen Schüsse-Quoten sind beachtlich: 58,9 Prozent aus dem Feld, 48,8 aus der Distanz, 80 von der Freiwurflinie. Ihr Karriere-Durchschnitt vom Freiwurf liegt sonst bei 88,3 Prozent, deshalb sieht sie hier noch Luft nach oben. Trainer Lynne Roberts schwärmte von Plums Kompetitivität und kritisierte gleichzeitig, dass Plum in MVP-Diskussionen nicht ausreichend Beachtung findet.
Ballports-Take: Plum ist derzeit eine der heißesten Spielerinnen der WNBA und zeigt, dass ein Neubeginn bei einem neuen Team auch mit 31 Jahren möglich ist. Für deutsche Basketball-Fans ist interessant, dass sie ihre Effektivität mit gezieltem Training über die Offseason gesteigert hat, statt nur auf Talent zu verlassen. Dass sie die nächste Saison als mögliche MVP-Kandidatin im Gespräch sein könnte, deutet ihre aktuelle Form an. Falls sie diesen Rhythmus hält, wird sie eines der Top-Narrative der Saison.