Die New England Patriots bekommen zum Auftakt der Saison 2026 gleich eine Erinnerung an ihre jüngste Niederlage serviert. In einem Rückspiel des Super Bowl LX treffen sie am Mittwoch, 9. September in der Primetime-Partie auf die Seattle Seahawks. Das ist kein einfacher Start für die Titelverteidiger, doch die Historie spricht für New England. Seit 2004 spielten 21 amtierende Super-Bowl-Champions in der Saisonopening-Partie und gingen in diesen Duellen mit einer 16-5-Bilanz hervor.
Die Patriots werden in dieser Saison national im Rampenlicht stehen. Insgesamt fünf Primetime-Games zeigen, dass Quarterback Drake Maye und sein Team für die Television-Planer attraktiv sind. Allerdings hat New England die Reisekarawane nicht gerade leicht gemacht bekommen. Von den ersten elf Spielen finden sieben auswärts statt, drei der ersten vier Partien gehen gegen Teams, die in der vergangenen Saison in den Playoffs waren. Vier der fünf Primetime-Games finden auf fremdem Platz statt.
Das Interessante an dieser Aufteilung: Die Patriots können tatsächlich davon profitieren. Week 10 führt sie nach München zu den Detroit Lions, umrahmt von ihrer Bye Week in Week 11 und einem Auswärtsspiel bei den Los Angeles Chargers am 29. November. Diese beiden längeren Trips liegen strategisch klug in der Saisonmitte mit Erholung dazwischen. Dazu kommt die starke Fanpräsenz der Patriots in Deutschland und Kalifornien, die diese Spiele möglicherweise wie Heimspiele anfühlen können. 2023 in Frankfurt war es tatsächlich so weit gekommen.
Die Stärke des Schedules ist überdurchschnittlich. Mit 0.531 Winning Percentage bei den Gegnern aus 2025 haben die Patriots den sechstschwersten Plan der Liga. Bookmaker DraftKings setzen das Over/Under für Siege auf 9,5, ESPN-Analyst Mike Clay prognostiziert 9,9 Wins. Letzte Saison waren die Patriots eine Auswärts-Spezialeinheit, das einzige Team, das jedes Away-Game gewann. Eine Wiederholung wird schwierig.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf Maye in Situationen mit Extra-Vorbereitung. Wenn die Patriots nach einem Mittwochs- oder Donnerstagsspiel spielen, treffen sie auf defensive Meister. Patrick Graham koordiniert bei den Pittsburgh Steelers, Jeff Hafley ist Head Coach der Miami Dolphins, Steve Spagnuolo koordiniert die Verteidigung der Kansas City Chiefs. Diese Systeme stellen Quarterbacks zusätzlich unter Druck und könnten für Maye in seinem dritten NFL-Jahr zur Herausforderung werden. Der MVP-Runner-up braucht diese Tests.
Ballports-Take: Für deutsche Fans ist das Munich-Spiel in Week 10 ein absolutes Pflicht-Termin. Die Patriots-Organisation hat sich in Deutschland längst etabliert und dieses Heimvorteil-Gefühl vor europäischem Publikum könnte ein Katalysator für die zweite Saisonhälfte sein. Maye unter Druck gegen Elite-Defenses zu sehen, bietet auch Fantasy-Football-Relevanz, besonders wenn man ihn im DFS-Format spielen will. Spannung ist programmiert.