College Basketball: 51 Trainerwechsel in der Offseason
← NewsNCAA

College Basketball: 51 Trainerwechsel in der Offseason

Die Coaching-Carousel in der NCAA dreht sich nach der Saison 2025-26 langsam aus. Insgesamt 51 Positionen wurden neu besetzt, zwei Interims-Posten bleiben noch offen an Texas Southern und Jackson State. Die großen Namen und kleineren Verschiebungen zeigen ein bekanntes Bild: etablierte Trainer wechseln die Arbeitgeber, junge Coaches erhalten ihre Chance, und manchmal geht der Weg zurück zur Familie.

Bei North Carolina kam es zu einer überraschenden Wahl. Hubert Davis wurde nach fünf Saisons entlassen. Seine Bilanz: 125 Siege bei 54 Niederlagen, eine nationale Finalbilanz 2022, aber auch der Fall als Nummer-1-Favorit 2023 ohne NCAA-Turnier. Sein Nachfolger ist Michael Malone, lange Jahre NBA-Coach bei den Denver Nuggets. Malone gewann 2023 den NBA-Titel, wurde aber im April 2025 entlassen, nachdem er zehn Saisons in Denver gearbeitet hatte. Für den College-Basketball kehrt Malone nach langer Zeit zurück, seine letzte College-Erfahrung als Assistant Coach liegt 2001 an der Manhattan University zurück.

An der Alabama State University zog es Tony Madlock in den Süden zurück. Er verließ die Hornets nach vier Saisons mit einer 51-80-Bilanz. Allerdings gelang ihm in der Saison 2024-25 noch ein 20-Siege-Jahr inklusive eines NCAA-Tournament-First-Four-Spiels. Madlock wechselt als Associate Head Coach zu Penny Hardaway nach Memphis, wo er bereits von 2018 bis 2021 assistiert hatte. Sein Nachfolger Chris Wright kommt aus der NAIA, wo er vier Jahre an Langston trainierte. Wrights Karrierebilanz: 332 Siege, 121 Niederlagen.

Mike Davis, der legendäre Coach Bob Knight bei Indiana nachfolgte, erhielt ein Comeback bei Mississippi Valley State. Die Delta Devils hatten George Ivory entlassen, der seit März 2022 eine verheerend schwache 12-118-Bilanz aufgebaut hatte. Davis, selbst MVSU-Alumnus, bringt 412 Siege aus seiner Zeit als Head Coach mit (360 Niederlagen). Seine Stationen: UAB, Texas Southern, Detroit Mercy und zuletzt zwei Jahre als Assistant unter Hardaway in Memphis.

Texas Southern verlor seinen langjährigen Coach Johnny Jones. Nach acht Saisons und 133 Siegen verließ Jones die Tigers, um unter Will Wade bei LSU als Assistant zu arbeiten. Jones hatte die Tigers in drei aufeinanderfolgenden Jahren ins NCAA-Turnier gebracht (2021-23). Interimscoach ist nun Assistant Shyrone Chatman.

In Kalifornien hinterließ Rick Croy bei California Baptist Spuren. Nach 13 Jahren verließ er die Lancers, um Randy Bennett bei Arizona State zu assistieren. Unter Croy wechselte Cal Baptist von Division II zu Division I, setzte mit 25 Siegen einen Programmrekord und qualifizierte sich erstmals für das NCAA-Turnier. Sein Nachfolger ist Kyle Getter.

Bei Campbell University endete John Andrzejeks Abenteuer nach nur einer Saison. Mit einer 16-18-Gesamtbilanz und 8-10 in der CAA verließ er die Fighting Camels. Jimmie Williams übernimmt das Amt.

Ballports-Take: Für europäische Basketball-Fans zeigt sich die Coaching-Carousel als klassisches amerikanisches Phänomen. Trainerwechsel sind dort deutlich weniger emotional aufgeladen als bei uns, Money und Chancen sprechen eine klare Sprache. Michael Malones Rückkehr zum College ist eine besondere Geschichte, bleibt aber ein Experiment mit offenem Ausgang. Wer zuletzt NBA-Titel gewann, muss sich im College neu bewähren. Interessant auch die Stories von Davis und Jones, die wissen, wie man Programme aufbaut und NCAA-Turniere erreicht. In der GFL und ELF sehen wir solche strukturellen Trainerwechsel seltener, die Kontinuität wird höher bewertet.

Originalquelle: ESPN / NCAAOriginal lesen →
← Alle News