Duke bricht auf Amazon aus, ACC-Chef Phillips bleibt gelassen
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Duke bricht auf Amazon aus, ACC-Chef Phillips bleibt gelassen

Die Duke University hat einen Millionen-Deal mit Amazon geschlossen. Drei Spiele der Blue Devils sollen auf Prime Video laufen: gegen UConn, Gonzaga und Michigan. Es ist das erste Mal, dass Amazon College Basketball live überträgt. Das sorgt für Wirbel in der ACC.

ACC-Commissioner Jim Phillips sieht darin kein Problem. Er betont, dass ESPN und die Liga von Anfang an in den Verhandlungen dabei waren. Duke habe kreativ eine Lücke genutzt, die es immer gegeben hat. "Ich bin nicht besorgt deswegen", sagte Phillips auf den Frühjahrstreffen der Liga in Amelia Island, Florida. "ESPN war in jedem Gespräch dabei, und Duke verdient Anerkennung dafür, dass sie etwas Kreatives entwickelt haben."

Andere sehen das kritischer. Big-Ten-Commissioner Tony Petitti beschwerte sich, dass Michigan in einem Spiel im Madison Square Garden dabei sein soll, ohne dass die Big Ten einen Cut vom Amazon-Geld bekommt. Nina King, Sportdirektorin von Duke, entgegnete, dass Michigan und die Big Ten vom Plan gewusst hätten. Petitti könnte aber dafür sorgen, dass Michigan aus dem Deal aussteigt. Das liegt jetzt zwischen Michigan, der Big Ten und FOX.

Das Kernproblem ist größer: Duke konnte seinen Nonconference-Schedule außerhalb des ACC-Territoriums spielen und die Rechte selbst verkaufen. Die TV-Rechte der ACC-Spiele gehören ESPN, aber für Nonconference-Spiele gibt es diese Beschränkung nicht. Andere ACC-Athletics-Direktoren fragen sich jetzt, ob das der Anfang vom Ende ist. Ein AD drückte es so aus: "Irgendwann muss man eine Linie ziehen. Die Linie war früher an einem akzeptablen Ort. Jetzt haben wir den Rubikon überschritten. Wo ziehen wir die neue Linie?"

Ballports-Take: Für deutsche Fans, die Duke Basketball folgen, wird es jetzt einfacher, die Blue Devils zu sehen. Prime Video ist in Deutschland verfügbar. Der Deal zeigt aber auch, wie sehr sich College Sports gerade neu erfinden. Die traditionellen Broadcast-Grenzen bröckeln auf. Wer weiß, ob in fünf Jahren noch ESPN alle wichtigen Spiele hat. Das Interessante: Während deutsche Clubs in ELF und GFL mit kleineren TV-Deals kämpfen, experimentieren US-College-Programme mit Streaming-Giganten. Das ist eine andere Liga, aber bemerkenswert.

Originalquelle: ESPN / NCAAOriginal lesen →
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