Super-Bowl-Performer wegen Widerstands verurteilt
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Super-Bowl-Performer wegen Widerstands verurteilt

Bei Kendrick Lamars Halbzeitshow im Super Bowl LIX kam es zu einem unerwarteten Zwischenfall. Zul-Qarnain Kwame Nantambu, ein 41-jähriger Performer aus New Orleans, nutzte seinen Einsatz als Tänzer am 9. Februar 2025 im Caesars Superdome, um eine politische Botschaft zu verbreiten. Während der Show sprang er auf das Dach eines als Requisite genutzten Autos und hielt eine sudanesische Flagge hoch, die die Aufschrift "Sudan and Free Gaza" trug.

Obwohl Nantambu berechtigt war, sich auf dem Feld zu bewegen, verließ er damit seine zugewiesene Rolle erheblich. Nach dieser Aktion sprangen er vom Bühnenelement herunter und rannte los. Sicherheitskräfte und Polizisten verfolgten ihn, aber Nantambu weigerte sich, ihren Befehlen zu folgen. Erst nachdem ein Haftbefehl erwirkt wurde, stellte er sich den Behörden. Die Louisiana State Police brachte ihn ins Orleans Parish Justice Center und erhob Anklage wegen Widerstands gegen einen Polizeibeamten und Störung einer Rechtsversammlung.

Am Montag verkündete Louisianas Attorney General Liz Murrill das Urteil: Richter Juana Marine-Lombard befand Nantambu der Widerstandshandlung schuldig, die als Ordnungswidrigkeit gilt. Die Verurteilung wegen Störung der Rechtsversammlung erfolgte nicht. Die mögliche Strafe reicht von einer Geldbuße bis 500 Dollar bis zu sechs Monaten Haft. Das Strafmaß wird am 1. Juni festgelegt. Nantambu erhielt zudem ein lebenslanges Verbot für alle NFL-Events.

Dabei ist dies nicht der erste juristische Kampf für Nantambu. Im Mai 2025 wurde er beim Verlassen eines Celebrity-Boxing-Events in Miami angeschossen. Der ehemalige NFL-Spieler Antonio Brown soll die Waffe eines Sicherheitsbeamten gegriffen und zweimal auf Nantambu gefeuert haben. Nantambu berichtete Ermittlern, dass ihn eine der Kugeln am Hals streifte. Brown behauptet hingegen, sich nur selbst verteidigt zu haben. Ein Prozess wegen versuchten Mordes gegen Brown ist für Januar 2027 angesetzt.

Ballports-Take: Ein Super-Bowl-Auftritt endet für Nantambu mit Verurteilung und lebenslangem NFL-Verbot. Was als Moment politischen Protests gemeint war, zog handfeste rechtliche Konsequenzen nach sich. Für die deutschsprachige Community ist der Fall auch deshalb bemerkenswert, weil die NFL ihre Kontrolle über Halftime-Shows und Feldaktivitäten damit unterstreicht. Gleichzeitig offenbarte der Incident nach der Show ein deutlich ernsteres Problem: Die Gewalt gegen Nantambu im Mai wirft Fragen über Sicherheit bei NFL-Events auf. Ein Fall, der zeigt, dass auch hinter den großen Inszenierungen des American Football echte menschliche Dramen lauern.

Originalquelle: ESPN / NFLOriginal lesen →
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