Die Kiel Baltic Hurricanes haben sich am Samstag gegen die Düsseldorf Panther mit 7:14 geschlagen geben müssen. Im Kilia Stadion vor 1.198 Zuschauern dominierten Regen und Wind das Spiel. Die Kieler Defense spielte auf hohem Niveau, doch die Offensive konnte nie den nötigen Rhythmus finden, um Druck aufzubauen.
Die Panther starteten mit Schwung. Gennadiy Adams rannte gleich beim ersten Spielzug 39 Yards in die Kieler Redzone. Die Defense um die Linebacker Thiago Lessow, AJ Starcke und Rob Revels stoppte den Drive aber ab. Ein Fieldgoalversuch der Gäste misslang. Die erste Halbzeit entwickelte sich zu einem Geduldsspiel mit vielen Punts. Beide Teams warfen je eine Interception, doch niemand konnte daraus Kapital schlagen. Ein blockierter Fieldgoalversuch der Hurricanes brachte Kiel zusätzlich unter Druck.
Düsseldorf arbeitete sich dann in einem langen Drive den Platz hinunter. Nach zwei Goalline Stands der Kieler Defense fand Isaiah Weed seinen Receiver Kevin Joosten in der Endzone zum 0:6. Der Versuch für die Two-Point-Conversion scheiterte spektakulär, als CJ Davis einen geblockten PAT über das halbe Feld lief und zu Erion Rrahmani pitchte, der aber noch gestoppt wurde. Zur Halbzeit führten die Panther 0:6.
Im dritten Viertel gelang der Kiel Baltic Hurricanes endlich ein produktiver Drive. Lorenz Rotermund holte wichtige Yards, dann fand PJ Settles seinen Receiver Anousheh Fulford mit einem 13-Yard Pass in der Endzone. Fulford kickte auch den Extrapunkt zur 7:6-Führung. Doch die Antwort der Panther kam prompt. Ein zweiter langer Drive der Gäste verbrauchte Zeit und Geduld, endete im vierten Viertel mit einem Touchdownpass von Weed auf Daniel Pedro. Diesmal ließen sich die Panther nicht zweimal bitten und schnappten sich James Okike in der Endzone zum 14:7 im Two-Point-Conversions-Versuch.
Kiels letzte Chancen zerfielen schnell. Eine Interception machte die finale Drive zunichte. Die Panther spielten die letzten Minuten herunter und sicherten sich damit ihren ersten Saisonsieg. Head Coach Timo Zorn kritisierte seine Offensive nach dem Spiel deutlich: Die Hurricanes hätten null Rhythmus gehabt, nie die notwendige Konstanz gezeigt. Die Defense habe auf extrem hohem Level gespielt, aber die Offense müsse ihr Potenzial besser nutzen.
Mit diesem Resultat tauschen Kiel und Düsseldorf die Tabellenplätze fünf und sechs. Beide Teams haben jetzt einen Sieg auf dem Konto. Am kommenden Wochenende reisen die Hurricanes zu ihrem letzten Spiel vor der Sommerpause nach Dresden, während die Panther die Braunschweig Lions empfangen. Ende Juli treffen die Teams zum Rückspiel in Düsseldorf aufeinander.
Für die Hurricanes ist die Niederlage ärgerlich, weil die Defense keine Vorwürfe verdient hat. Lessow, Starcke und Revels haben spielnachweise geleistet, die Panther regelrecht erdrückt. Wer aber als Offense mehrmals in der Redzone scheitert und nicht mehr als einen Touchdown schafft, wird in der GFL nicht gewinnen. Kiel hat das Potenzial zum Mitfavoriten, zeigt es aber viel zu selten über 60 Minuten. Vor der langen Sommerpause sollten die Kieler dringend klären, warum die Offensive so erratisch läuft. Gegen Dresden braucht es eine Leistungssteigerung, sonst wird die zweite Saisonhälfte schwierig.