Die Munich Cowboys sind am Sonntag im OPTIMA Sportpark gegen die Schwäbisch Hall Unicorns unter die Räder gekommen. Mit 14:42 unterlag das Team eine deutliche Niederlage und verliert damit den Anschluss an die Spitze der effect® ENERGY GFL Süd. Vor 1.953 Zuschauern bei sommerlichem Wetter und starkem Wind spielten die Cowboys von Anfang an nicht auf der Höhe ihrer Möglichkeiten.
Die Partie war keine zwei Sekunden alt, als Kelley Joiner die Unicorns per 95-Yard-Kickoff-Return in Führung brachte. Die Cowboys standen damit bereits 0:7 hinten, noch bevor die Offense einen einzigen Snap hatte. Das war ein böses Omen für den weiteren Spielverlauf. Quarterback Nicholas Semptimphelter stand unter permanentem Druck der Haller Defense. Er kassierte vier Sacks, seine Passing Game funktionierte nicht zuverlässig, und immer wieder musste er improvisieren oder Drives abbrechen. Strafen und Unkonzentriertheiten auf beiden Seiten sorgten dafür, dass kein geordneter Spielfluss aufkam.
Im zweiten Viertel arbeiteten sich die Cowboys immerhin zu einem längeren Drive in die gegnerische Hälfte vor. Doch der 22-Yard-Fieldgoal-Versuch blieb hängen und brachte keine Punkte. Schwäbisch Hall nutzte diese vergebene Chance sofort aus und legte vor der Pause zwei weitere Touchdowns nach. Die Unicorns führten 14:0 zur Halbzeit, und dieses Bild war unmissverständlich: Die Cowboys waren diesen Gegner an diesem Tag nicht Herr geworden.
Nach dem Seitenwechsel wurde es noch deutlicher. Drei Drives in Folge der Cowboys brachten keinen einzigen First Down ein. Parallel legten die Unicorns Touchdown um Touchdown nach und zogen bis auf 35:0 davon. Erschwerend kam hinzu, dass auch die Special Teams der Haller ihren Teil dazu beitrugen und einen weiteren Kickoff-Return-Touchdown erzielten. Die Cowboys spielten zu diesem Zeitpunkt nur noch zur Ergebniskosmetik.
Im vierten Viertel fanden die Cowboys wenigstens den Weg in die Endzone. Gabriel Boccella brauchte nur noch zehn Yards bis zur Goalline zum 35:6. Vier Sekunden vor dem Ende setzte noch Semptimphelter einen Touchdown-Pass auf Ricardo Knocke, Emre Göçke vollendete die Two-Point-Conversion zum 42:14-Endstand. Ein erster Treffer, aber viel zu spät und viel zu deutlich, um noch etwas am Spielverlauf zu ändern.
Für die Cowboys geht es schnell weiter. Am Samstag, den 20. Juni, empfangen sie die Straubing Spiders im Dantestadion. Dann folgt eine längere Spielpause. Bis dahin müssen Semptimphelter und seine Offense analysieren, warum sie gegen Schwäbisch Hall nicht in ihr System gefunden haben und wie sie den nächsten Gegner deutlich besser in den Griff bekommen.
Das Ausmaß der Niederlage ist für eine Spitzencrew wie die Cowboys schmerzhaft. Vier Sacks auf den QB, Multiple Strafen, eine völlig dominierende gegnerische Defense und eine sprintende Special Teams der Unicorns, die zwei Kickoff Returns zurück trugen, das ist eine Kombination, gegen die kaum ein Team ankommt. Besorgnis erregend ist vor allem die Offensive Line, die Semptimphelter keinen Schutz bot. Das muss bis zum Spiel gegen Straubing behoben werden, sonst drohen weitere Niederlagen in Folge.