Die Kiel Baltic Hurricanes haben in Dresden eine Lehrstunde erhalten. Beim 7:42 gegen die Monarchs spielten die Kieler von Anfang an nicht auf Augenhöhe. Bei über 30 Grad und vor 4.456 Zuschauern im Heinz-Steyer-Stadion mussten sich die Gäste einer überlegenen Heimmannschaft geschlagen geben.
Dresden setzte den Ton sofort. Während die Hurricanes in ihrem ersten Angriff zwar Raumgewinn erzielten, scheiterten sie bei einem Field-Goal-Versuch. Die Monarchs antworteten im nächsten Spielzug mit fünf Plays und gingen in Führung. Running Back Tofunmi Lala führte den Ball ins Endzone, Florian Finke stellte auf 7:0. Noch im ersten Quarter legte Lala nach und erhöhte auf 14:0. Dresden spielte fehlerlos, Kiel kam defensiv nicht hinterher.
Im zweiten Viertel verschärfte sich die Situation dramatisch. Eine Fumble der Hurricanes beim Snap brachte die Monarchs in die Kieler Hälfte zurück. Quarterback Rocky Lombardi nutzte die Chance mit einem 27-Yard Touchdown Pass auf Janne Särkelä zum 21:0. Kiel versuchte zu antworten und arbeitete sich mit Hilfe von Passes von PJ Settles auf Michel Peschel und Klaas Sengstacke wieder bis vor die Endzone vor. Ein vierter Versuch blieb jedoch erfolglos. Stattdessen marschierte Dresden erneut auf. Lombardi lief selbst zum Touchdown, der Rückstand wuchs auf 0:28. Kurz vor der Pause fing Peschel noch einen Pass und trug ihn 49 Yards bis zur 4-Yard Line, doch vier neue Versuche in der Dresdner Red Zone brachten keine Punkte.
Nach der Halbzeit war das Spiel längst entschieden. Zwei Punts zu Beginn des dritten Quarters, dann schlugen Lombardi und Montigo Moss gleich zwei Mal zu. Das Duo kombinierte mit Finke zum 42:0. Erst dann gelang Kiel etwas Zählbares: CJ Davis lief beim Kickoff etwa 80 Yards über das Feld zum Touchdown Return. Das war alles, was die Hurricanes an diesem Tag zustande brachten. Das vierte Viertel blieb punktelos.
Head Coach Timo Zorn erkannte die Probleme klar: Dresden habe das Spiel von Anfang an dominiert und fest in die Hand genommen. Kiel habe Chancen nicht in Punkte umgewandelt und sei offensiv fahrlässig mit dem Ball umgegangen. Mit nur einem Sieg aus sechs Spielen gehen die Hurricanes nun in eine dreiwöchige Sommerpause. Am 25. Juli warten die Düsseldorf Panthers zum Rückspiel. Dresden bleibt mit sechs Siegen und null Niederlagen ungeschlagen und führt die Tabelle an. Am kommenden Samstag kommt es zum Gipfeltreffen zwischen Dresden und Potsdam, den letzten beiden ungeschlagenen Teams der GFL Nord.
Kiel war an diesem Tag nicht auf Augenhöhe mit Dresden. Das lag nicht nur an der Hitze oder dem Heimvorteil der Monarchs. Die Hurricanes hatten offensiv keine Antwort auf eine konzentrierte Dresdner Defense und konnten ihre offensive Spielweise nicht etablieren. Ein Sieg aus sechs Spielen ist für den bisherigen Saisonverlauf zu wenig. Der Neustart nach der Sommerpause wird entscheidend sein, ob Kiel noch in dieser Saison konkurrenzfähig werden kann. Ohne Fehlerreduzierung und bessere Punkteausbeute wird es für die Hurricanes schwer, noch etwas zu reißen.