Die Schwäbisch Hall Unicorns haben ihr drittes Heimspiel der Saison zu einem Statement gemacht. Gegen die ifm Razorbacks Ravensburg setzte sich das Team von Head Coach Felix Brenner mit 28:0 durch und behauptet damit die makellose Bilanz von sechs Siegen aus sechs Spielen. Der amtierende Südmeister fand gegen die aggressive Haller Defensive kein Mittel und musste sich deutlich geschlagen geben.
Ein Spieltag, der in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich war: Extreme Hitze zwang die Organisatoren, den Kickoff zweimal zu verschieben. Schließlich wurde die Partie im OPTIMA Sportpark zum ersten Flutlichtspiel der laufenden Saison. Auf dem Platz entwickelte sich zunächst ein vorsichtiges Abtasten zwischen zwei Topteams. Das erste Viertel endete torlos. Die Unicorns hatten mehrere Chancen, konnten sie aber nicht nutzen: Ein Fumble kurz vor der gegnerischen Endzone und eine Interception von Quarterback Lars Heidrich verhinderten eine frühe Führung.
Ravensburg hielt lange dagegen. Auch im zweiten Viertel bestimmten die Defensiven das Bild. Die Gäste drangen erstmals bis kurz vor die Endzone vor, scheiterten dann aber an einer starken Haller Defense und wurden durch Strafen ausgebremst. Ein Field-Goal-Versuch aus 25 Yards verfehlte sein Ziel. Diesen Pausen nutzte Schwäbisch Hall eiskalt. Kelley Joiner fand die entscheidende Lücke, schüttelte mehrere Gegenspieler ab und sprintete 81 Yards zum 7:0 in die Endzone. Monteze Latimore setzte sofort mit seiner ersten Interception ein Ausrufezeichen. Bis zur Halbzeit konnte keine Mannschaft mehr zuscoren. Der Vorsprung: dünn, aber vorhanden.
Nach dem Seitenwechsel kippte die Partie endgültig. Die Ravensburger Offense hatte gegen die aggressive Haller Verteidigung weiterhin keine Antwort und musste sich immer wieder schnell vom Ball trennen. Die Unicorns-Offense fand dagegen ihr Spiel. Lars Heidrich vertraute sich selbst und fand Rayjuon Pringle mit einem tiefen Pass über 43 Yards zum 14:0. Wenig später folgte der nächste Angriffszug, wieder endete er mit Pringle in der Endzone. Heidrich warf seinen zweiten TD auf den WR, diesmal aus 17 Yards. Das Ergebnis: 21:0. Die Partie war entschieden.
Den Schlusspunkt setzte die Defense. Im letzten Viertel fing Monteze Latimore seine zweite Interception ab, hatte freies Feld vor sich und trug den Ball 50 Yards zum Pick Six in die Endzone. 28:0, Endstand. Latimore avancierte damit zum auffälligsten Akteur des Abends: drei Interceptions, davon einer für einen Touchdown. Zusammen mit den defensiven Bemühungen des gesamten Teams unter Defense Coordinator Cody Pastorino ließ die Haller Abwehr während des kompletten Spiels keine gegnerischen Punkte zu. Die Ravensburger kamen gegen diese Dominanz nie wieder auf die Beine.
Head Coach Brenner würdigte die Leistung, kritisierte aber die späte Entscheidung zur Spielverlegung. Die organisatorischen Rahmenbedingungen seien außergewöhnlich gewesen, die gesamte Unicorns Family habe aber einen herausragenden Job gemacht.
Für die Fans des deutschen Footballs ist das Ergebnis ein klares Signal: Die Unicorns spielen diese Saison eine andere Klasse. Ein 28:0 gegen den amtierenden Südmeister ist kein Zufallsergebnis, sondern ein Beleg für konsistente Überlegenheit in Offense und Defense. Die Haller werden mit dieser Form auch im Norden ein Wörtchen mitreden, wenn es um die großen Pläne geht. Die kommende Reise nach Regensburg wird zeigen, ob diese Dominanz auch auswärts Bestand hat.