Dresden Monarchs haben beim amtierenden Meister Potsdam Royals einen Sieg gelandet, der die Kräfteverhältnisse in der effect® ENERGY GFL neu sortiert. Mit 24:22 setzten sich die Sachsen an einem brütend heißen Samstag durch, das Spiel war wegen der Temperaturen um zweieinhalb Stunden nach hinten verschoben worden. Am Ende war es eine Partie, die Dresden dominant begann, Potsdam spannend machte und die Monarchs mit kühlem Kopf beendeten.
Dresden startete mit einem Paukenschlag. Lucas Massero fing einen Pass von Potsdams QB Xeavier Bullock ab und bescherte seiner Offense sofort gutes Feld. Rocky Lombardi warfen einen langen Pass auf Montigo Moss, der in der Endzone völlig frei stand. Touchdown für die Monarchs, Florian Finke verwandelte die Extra-Punkte zum 0:7. Potsdam antwortete schnell: Bullock fand Maximillian McLeod, der nur noch in die Endzone zu laufen brauchte. Die Royals versuchten danach eine Two-Point-Conversion, scheiterten aber. Dresden blieb vorn. Die Monarchs drückten nach und legten ein Fieldgoal von Finke nach, zum 6:10. Im zweiten Viertel bauten die Elbflorenzer ihre Dominanz aus. Ein langer, strukturierter Drive endete mit Runningback David Moore III in der Endzone, Finke war wieder erfolgreich, es stand 6:17. Potsdam konnte mithalten, schaffte es aber nicht in die Endzone.
Das Spiel drehte sich nach der Pause. Heiko Bals verkürzte per Fieldgoal auf 9:17. Dann machte Rocky Lombardi seinen einzigen Fehler des Tages: Unter Druck versenkte er einen Pass auf Moss, Potsdam fing ab. Interception. Die Royals nutzten das nicht aus. Ein irrer Drive folgte, dreimal kamen sie in die Endzone, dreimal pfiffen die Schiedsrichter Fouls gegen Potsdam zurück. Beim letzten Versuch verlor Bullock den Ball wenige Meter vor der Goalline. Fumble, Dresden Ball, Potsdam null Punkte nach dieser Marathon-Serie. Dresdens Offense konnte davon nicht profitieren und musste punten. Endlich klappte es für die Royals: Bullock erreichte die Endzone, diesmal ohne Flaggen, Touchdown zählt. 15:17 für Dresden.
Sechs Minuten waren noch zu spielen, als die Monarchs nochmal zuschlugen. Moss holte nach Lombardi-Pass riesigen Raumgewinn, Moore III machte die letzten Meter zum Touchdown. Finkes Extrapunkt war entscheidend: 15:24 für Dresden. Potsdam brauchte noch zwei Scores, das war zu viel an diesem späten Nachmittag. Bullock lief noch einen Touchdown, aber mehr war nicht drin.
Dresden hat sich mit diesem Erfolg an die Spitze der Gruppe Nord katapultiert. Nach einer Sommerpause geht es für die Monarchs am 25. Juli nach München. Potsdam muss als Meister jetzt reagieren, steht aber weiterhin unter den Top-Teams der Liga. Diese Partie zeigte, dass Dresden nicht nur Titelkandidat ist, sondern auch unter Druck liefern kann. Rocky Lombardi war beim einzigen Fehler ein großer Gewinner, die Defensive war präsent, und Finke erledigte sein Geschäft mit vier Extrapunkten. Potsdam war schnell zurück im Spiel, vermochte aber nicht, die kalten, effizienten Momente von Dresden zu kapern. Für die deutsche Footballszene ist klar: Ein Titel ohne Dresden und Potsdam wird schwer zu haben sein, aber die Hierarchie hat sich verschoben.