Die Schwäbisch Hall Unicorns haben sich in der Kramski-Arena gegen die Pforzheim Wilddogs mit 28:23 durchgesetzt und ihre makellose Bilanz gewahrt. Nach acht Spielen, acht Siege, kein Verlust. Das Auswärtsspiel in der GFL Süd war dabei alles andere als ein Spaziergang für die Haller.
Die Partie begann aus Sicht der Gäste verheerend. Nach einem geblockten Punt sicherten sich die Wilddogs den Ball in der Nähe der Unicorns-Endzone und erzielte schnell das 7:0. Wenig später folgte das nächste Desaster für Schwäbisch Hall. Julius Klenk, der für den verletzten Lars Heidrich ins Spiel kam, verlor einen Fumble, und Drequan Harris nutzte die Gelegenheit, um Luca Hirschberger in der Endzone zu finden. 14:0 für Pforzheim. Die Unicorns, ohne Quarterback Heidrich, Running Back Kelley Joiner und Offensive Lineman Marco Fischer, hätten in dieser Situation einfach zusammenbrechen können.
Stattdessen zeigten die Haller Reaktion und Charakter. Klenk fand Marvin Fuchs kurz darauf mit einem Pass, der sich nach dem Catch in ein 60-Yard-Tor verwandelte. 14:7. Die Unicorns blieben offensiv gefährlich, doch Pforzheim antwortete mit einem Feldgoal aus 37 Yards zum 17:7. Noch vor der Pause gelang den Gästen aber der wichtige psychologische Treffer. Ein variabel gespielter Drive mit guter Balance zwischen Lauf und Pass führte zum 17:14. Klenk selbst lief aus sieben Yards in die Endzone.
Nach dem Seitenwechsel übernahmen die Unicorns erstmals die Kontrolle. Klenk fand Rayjuon Pringle mit einem präzisen 36-Yard-Pass zum 21:17. Pforzheim antworte prompt. Harris bediente AJ Coons zum Touchdown, und mit 23:21 lagen die Wilddogs wieder vorne. Entscheidend aber: Der Extrapunkt wurde von der Unicorns-Defense geblockt.
Im vierten Viertel bekamen die Haller einen glücklichen Break. Die Special Teams der Wilddogs verspielte einen Punt, Monteze Latimore sicherte sich den Ball tief in Pforzheim-Territorium. Perfekte Feldposition für Schwäbisch Hall. Klenk nutzte die Chance und warf Pringle über 14 Yards zum erneuten Touchdown. 28:23. Dann verteidigte die Defensive der Unicorns wie eine Wand. Harris wurde unter konstanten Druck gesetzt, drei seiner letzten Passversuche endeten im Out. Die Partie war gesichert.
Head Coach Felix Brenner bewies nach der Partie großes Fingerspitzengefühl. Der Sieg gegen ein starkes Defensiv-Team der Wilddogs sei bemerkenswert, gerade ohne drei Starter. Die Mannschaft sei schlecht gestartet, habe aber korrigiert und sich zurückgekämpft. Besonders seine Defense habe Harris in den Griff bekommen, und Julius Klenk dürfe völlig müde und glücklich ins Bett fallen. Die Atmosphäre in der Kramski-Arena mit vielen mitgereisten Fans habe das Team zusätzlich angestachelt.
Die Unicorns bleiben damit auf Kurs für eine außergewöhnliche Saison. Acht Spiele, acht Siege, und das trotz massiver Verletzungsprobleme. Julius Klenk bewies, dass er eine valide Alternative zu Heidrich ist, und die Defense entwickelt sich zum echten Trumpf dieser Mannschaft. In der kommenden Woche empfangen die Haller die Allgäu Comets im heimischen OPTIMA Sportpark. Nach solch einem Fight in Pforzheim dürfte das Team mental und emotional in bester Verfassung sein.