Pforzheim. Über 1.500 Zuschauer packten die KRAMSKI-Arena, als die Pforzheim Wilddogs zum neunten Spieltag der effect® ENERGY GFL auf den ungeschlagenen Tabellenführer Schwäbisch Hall Unicorns trafen. Es wurde ein Krimi auf höchstem Niveau. Am Ende mussten sich die Hausherren mit 23:28 geschlagen geben und verloren damit eine Partie, die jederzeit hätte kippen können.
Den besten Start hatten die Wilddogs. Nick Olivier setzte beim Kickoff-Return ein Ausrufezeichen bis zur 49-Yard-Linie. Die Pforzheimer Defense war von Beginn an präsent und ließ die Haller Offense ohne First Down vom Platz. Lars Dietrich blockte anschließend den Punt und trug den Ball selbst in die Endzone zum 7:0. Die Euphorie wuchs, als Luca Hirschberger nach einem Turnover on Downs einen Pass fing und zum 14:0 erhöhte. Doch Julius Klenk, der Quarterback der Unicorns, bewies sofort Klasse und fand Marvin Fuchs zum 14:7-Anschluss.
Im zweiten Viertel beruhigte sich das Spiel zu einer echten Abwehrschlacht. Die Haller Defense stoppte die Wilddogs-Offense an der 20-Yard-Linie. Hirschberger verwandelte das anschließende Field Goal sicher zur 17:7-Führung. Klenk antwortete mit einem Drive in die Endzone zum 17:14. Vor der Halbzeit erzwang die Wilddogs-Defense noch einen Turnover on Downs an der eigenen 24-Yard-Linie und hielt so die Kontrolle.
Nach dem Seitenwechsel kam Hall besser aus der Kabine. Klenk orchestrierte sein Team präzise und fand Rayjoun Pringle mit einem Pass in der Endzone zum 17:21. Die Wilddogs antworteten sofort: Eine Interception brachte ihnen eine hervorragende Feldposition, und AJ Coons fing einen Pass zum 23:21 (die anschließende Two-Point-Conversion wurde geblockt). Das letzte Viertel wurde zum Thriller. Ein missglückter Pforzheimer Punt bescherte Hall die perfekte Feldposition an der 14-Yard-Linie. Klenk fand Pringle erneut und brachte die Unicorns zum 23:28 in Führung. In den Schlussminuten warfen die Wilddogs alles nach vorne, doch die Haller Defense hielt stand.
Headcoach der Wilddogs war nach Abpfiff sichtlich frustriert: "Ja, das war eines dieser Spiele zum Haare raufen. Wir haben uns einige hervorragende Ausgangspositionen leider selbst zunichte gemacht. Schwäbisch Hall war extrem gut auf uns eingestellt." Vorstandsmitglied Kai Höpfinger lobte hingegen die Rekordkulisse: "Über 1.500 Zuschauer haben die KRAMSKI-Arena förmlich zum Beben gebracht!"
Die Niederlage hat unmittelbare Konsequenzen. Die Munich Cowboys gewannen parallel und zogen an den Wilddogs vorbei auf Rang zwei. Damit steht am 1. August das Duell der beiden Verfolger an: Pforzheim gegen München. Es geht um den zweiten Platz und das entscheidende Heimrecht im Playoff-Viertelfinale. Das Dawghouse muss tatsächlich beben.
Das Spiel zeigte, was zwischen den Top-Teams in der GFL heute möglich ist. Zwei gut vorbereitete Offensives, Defenses die keine großen Fehler zulassen, und Spieler die in den kritischen Momenten ihre Klasse zeigen. Pforzheim war hier gleichberechtigt, hatte sogar früh Chancen, das Spiel zu entscheiden. Dass es nicht reichte, lag auch an Schwäbisch Halls Effizienz und den vier Touchdowns von Klenk. Für die Wilddogs ist es frustrierend, aber nicht entmutigend. Die nächsten beiden Wochen sind jetzt Gold wert, um sich auf München vorzubereiten. Mit einer Bye Week und dann dem direkten Vergleich können die Wilddogs noch alles korrekt treffen.