Die Straubing Spiders haben sich in Ravensburg eine heftige Niederlage geholt. Beim 8:66 gegen die ifm Razorbacks kassierten die Niederbayern ihre siebte Pleite im siebten Saisonspiel. Vor 1.548 Zuschauern im TeleData Stadion am Lindenhof spielten die Spiders zunächst ordentlich mit, bevor Ravensburg nach der Pause die Partie völlig kontrollierte und das Ergebnis deutlich machte.
Straubing begann engagiert und bewegte den Ball mit einer soliden Mischung aus Lauf und Pass. Der erste aussichtsreiche Drive scheiterte jedoch an einem Sack von Samuel Mindham. Danach übernahmen die Gastgeber zusehends die Kontrolle. Lennies McFerren brachte Ravensburg mit einem Touchdown Lauf in Führung, kurz darauf erhöhten die Razorbacks mit einem Field Goal auf 10:0.
Die Spiders gerieten unter Druck, hielten aber dagegen. Quarterback Raleigh Benjamin Yeldell III schaffte noch vor der Halbzeit einen wichtigen Moment für Straubing. Mit einem 54-Yard-Pass spielte er Anthony Earl Green Jr. zum Touchdown ein. Dane Jason Lynch vollendete die Two Point Conversion, und die Spiders waren wieder auf 8:24 herangekommen. Dieser Drive gab der Mannschaft Hoffnung, dass trotz der schwierigen Situation noch etwas drin war.
Doch im dritten Viertel wendete sich das Blatt entscheidend. Die Spiders kamen engagiert aus der Kabine, aber genau dann schlug Ravensburg zu. Ben Rashid sackerte Yeldell und zwang einen Fumble ab, den Samuel Mindham für die Gastgeber sicherte. Kurz danach fing Nils Wulf seine zweite Interception des Tages. Von diesem Moment an war das Spiel gelaufen. Ravensburg demonstrierte vor allem im letzten Viertel seine Offensivpower mit mehreren weiteren Touchdowns und machte die Niederlage deutlich.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Ravensburg erzielte 613 Yards Total Offense, davon 554 Yards durch die Luft. Quarterback Broghean McGovern warf sieben Touchdown Pässe bei nur einer Interception, und drei Passempfänger der Gastgeber überschritten die 100-Receiving-Yards-Marke. Straubing dagegen leistete sich vier Turnover, was gegen einen so starken Gegner nicht zu kompensieren war. Jvonte Kareem Davis war mit 90 Rushing Yards einer der wenigen Lichtblicke für die Spiders, Yeldell kam auf zehn Completions bei 28 Versuchen für 132 Yards und einen Touchdown, musste aber drei Interceptions schlucken.
Nach dem Spiel war klar, dass Straubing mit einem neuen Head Coach ins Spiel gegangen ist. Sven Dorfner ersetzt Bence Lukács an der Seitenlinie. Trotz der klaren Niederlage wollte Dorfner den Glauben nicht aufgeben. Er sah die erste Halbzeit positiv und betonte, dass sein Team gegen einen relativ starken Gegner gleich beim ersten Auftritt antreten musste. Am Klassenerhalt glaubt Dorfner weiterhin, auch wenn die Situation angespannt ist. Für die kommenden Wochen wird es entscheidend sein, dass Straubing die Fehlerquote senkt und als geschlossene Mannschaft zusammenbleibt.
Die Niederlage zeigt die Dualität, in der sich Straubing befindet. Die erste Halbzeit wies Momente auf, in denen das Team mithalten konnte und an sich glaubte. Die zweite Halbzeit offenbarte aber auch, wie groß die Baustellen noch sind. Mit 0:7 aus sieben Spielen brauchen die Spiders schnell eine Trendwende, um den Klassenerhalt nicht aus den Augen zu verlieren. Der neue Coach signalisiert zumindest, dass sich etwas ändern soll. Ob das reicht, hängt davon ab, wie schnell Straubing seine Fehler korrigiert und ob die Mannschaft die Energie aus der ersten Halbzeit über volle 60 Minuten halten kann.