Die Allgäu Comets sind in Schwäbisch Hall chancenlos untergegangen. Gegen den ungeschlagenen Tabellenführer der GFL Süd setzte es eine 6:56-Niederlage (0:28 nach dem ersten Viertel), wobei die Gastgeber ihre offensive Dominanz über alle vier Spielabschnitte hinweg unter Beweis stellten. Besonders bitter für die Allgäuer: Sie reisten mit nur 31 einsatzfähigen Spielern an und trafen auf eine vollständig besetzten Favoriten, der jeden Fehler sofort bestrafte.
Die Unicorns ließen keine Zeit verstreichen. Nach einem schnellen Punt der Comets benötigte Running Back Mathis Harang lediglich zwei Läufe in die Endzone, um die Hausherren mit 14:0 in Front zu bringen. Noch im ersten Viertel erhöhte Quarterback Julius Klenk mit einem 48-Yard-Touchdown-Pass auf Rayjuon Pringle auf 21:0. Der vierte Touchdown folgte kurz vor der Halbzeit zum 28:0-Pausenstand. Die Comets waren zu diesem Zeitpunkt bereits praktisch geschlagen.
Denoch zeigten Allgäus Footballer Moral und erarbeiteten sich in der zweiten Hälfte ihren einzigen Lichtblick. Im dritten Viertel orchestrierte Quarterback Brad Jones einen 13 Spielzüge langen Drive, bei dem Tight End Gabe Quigley immer wieder die Anspielstation war. Mit Benni Schulz' Touchdown-Lauf aus vier Yards verkürzten die Comets auf 6:35. Doch die Hoffnung währte Sekunden. Direkt nach dem Touchdown stellte Cem Kahveci mit einem 54-Yard-Touchdown-Pass die alte Distanz wieder her. Wenige Sequenzen später machte Delfio Gourgel-DaCosta mit einem Pick Six über 98 Yards endgültig den Deckel drauf. Joshua Lang setzte mit seinem zweiten Touchdown des Tages den Schlusspunkt zum 56:6-Endstand.
Statistisch ließ sich aus der Niederlage zumindest eine Erkenntnis mitnehmen. Brad Jones brachte 18 seiner 23 Pässe an den Mann (149 Yards), und Gabe Quigley schnappte sich 13 Pässe für 104 Yards. Die Comets dominierten die Time of Possession mit über 35 Minuten und gewannen sechs von zwölf Third Downs. Head Coach Mark Priegnitz nahm es gelassen: "Wir waren heute nur 31 Spieler und haben bei diesen sehr warmen Verhältnissen unser bestes Spiel gegeben. Die Unicorns sind ein Powerhouse, das haben sie auch heute wieder bewiesen." Schwäbisch Hall machte mit dem neunten Erfolg im neunten Spiel interkasse auch rechnerisch die Meisterschaft in der GFL Süd perfekt.
Für die Comets war dies eine Lehrstunde gegen eines der besten Teams der Liga. Mit nur 31 Spielern in so warmen Bedingungen gegen den ungeschlagenen Tabellenführer anzutreten, war von vornherein ein hoffnungsloses Unterfangen. Trotzdem: Der Defensiv-Score mit dem Pick Six und die Effizienz von Jones und Quigley beim Passspiel zeigen, dass in diesem Team trotz der Personalnot noch Qualität steckt. Im Kampf um den Klassenerhalt wird jeder Punkt zählen, und diese Niederlage war auch ein Lerneffekt gegen das derzeit beste Team der Region. Schwäbisch Hall hat hingegen bewiesen, warum sie diesen Titel verdient haben.