CLEVELAND – Die Detroit Pistons haben die Cleveland Cavaliers mit einer zweiten Halbzeit der Extraklasse 115:94 besiegt und damit die Serie zurück nach Hause geholt. Cade Cunningham führte die Top-Seeded Pistons mit 21 Punkten an, darunter fünf Dreier. Das entscheidende Spiel 7 findet am Sonntag in Detroit statt.
Die Pistons spielten ihre Visitenkarte in Cleveland ab – Defensive, Rebounding und Ballkontrolle. Detroit holte sich 13 Offensive Rebounds, die am Ende 20 Punkte wert waren. Die Cavaliers leisteten sich 20 Ballverluste, aus denen die Pistons 28 Punkte generierten. Nach einem 54:41 Vorsprung zur Halbzeit legten die Pistons direkt nach dem Seitenwechsel mit einem 12:2 Run vor.
Jalen Duren trug 15 Punkte und 11 Rebounds bei. Die Bank der Pistons dominierte Cleveland komplett: Die Reserve Spieler sammelten 48 Punkte während Clevelands Bank nur 19 erzielte. Duncan Robinson, der am Mittwoch mit einer Rückenverletzung fehlte, kam von der Bank und traf vier Dreier für 14 Punkte. Paul Reed addierte 17 Punkte hinzu.
Trainer J.B. Bickerstaff betonte die Bedeutung der physischen Spielweise: "Wir haben getan, was nötig war. Wenn wir auf unserem Höchststand sind, sind es Defense und Physikalität, die uns tragen. Ich war zufrieden, dass wir unseren Basketball spielen konnten." Die Pistons stellten damit einen 66 Jahre alten NBA-Playoff-Rekord gleich: Ein auswärtiger Sieg mit 21 Punkten Vorsprung in Spiel 6, während man in einer Best-of-7-Serie 3:2 zurücklag. Die Hawks erzielte diesen Meilenstein 1960 gegen die Lakers.
Für Detroit ist Grit im Playoff-Basketball zur Identität geworden. Die Pistons hatten bereits gegen Orlando nach einem 1:3-Rückstand die letzten drei Spiele gewonnen. Das ist nun bereits das vierte Mal diese Postseason, dass sie sich aus einer Eliminations-Situation zurückgearbeitet haben. Cunningham fasste die Mentalität zusammen: "Es ist ein Teamerfolg. Wir brauchten jeden einzelnen Beitrag."
In Cleveland war James Harden mit 23 Punkten der beste Scorer, doch das reichte gegen Detroits Defensive Intensität nicht aus. Donovan Mitchell und Evan Mobley erzielten jeweils 18 Punkte. Das war die erste Heimniederlage der Cavaliers in diesen Playoffs. Harden kritisierte die mangelnde Konsistenz: "Wir sind nie in einen richtigen Rhythmus gekommen. Wir brauchten ein drittes und viertes Level. Es fehlte die kontinuierliche Balance an beiden Enden des Feldes."
Die Szene, die Detroits Kontrolle unterstrichen: Im dritten Quarter entging Evan Mobley ein Dunk, doch Marcus Sasser dribbelte die gesamte Feldlänge hinab und legte den Ball zum Buzzer Beater ein. Detroit führte 84:70 nach drei Vierteln und war nie mehr zu fassen.
Ballports-Take: Diese Serie zeigt, wie wichtig Defense und Ballkontrolle in den Playoffs sind – zwei Faktoren, die deutsche Fans in der ELF schätzen sollten, wo physischer Einsatz auf engeren Feldern maximale Wirkung hat. Für Fantasy-Basketball-Spieler sind die Pistons-Reservisten jetzt interessant: Robinson und Reed haben Spielzeit und Vertrauen vom Coach. Das entscheidende Spiel 7 könnte ähnlich eng werden wie ein ELF-Playoff-Spiel, bei dem jede Possession zählt. Cunningham hat seine Ansprüche als Superstar-Führungsspieler in Drucksituationen untermauert.