Aspiration-Gründer Sanberg zu 14 Jahren Haft verurteilt
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Aspiration-Gründer Sanberg zu 14 Jahren Haft verurteilt

Joseph Sanberg, Mitgründer der inzwischen insolventen Fintech-Firma Aspiration, muss für 14 Jahre ins Gefängnis. Ein Bundesgericht in Los Angeles sprach das Urteil am Montag. Sanberg hatte sich schuldig bekannt, Investoren und Kreditgeber um insgesamt 248 Millionen Dollar betrogen zu haben. Die Methoden waren systematisch: gefälschte Bankkonten, manipulierte Maklerauszüge, verschleierte Geldquellen. Jeder Vorwurf der Drahtbetrug hätte ihm bis zu 20 Jahre einbringen können. Die Staatsanwaltschaft forderte knapp 18 Jahre Haft, Sanbergs Anwalt Marc Mukasey plädierte dagegen auf Verzicht von Freiheitsstrafe. Er malte seinen Mandanten als gutmütigen Menschen mit schlechtem Urteilsvermögen, der aus Idealismus gehandelt habe, nicht aus Bereicherungssucht.

Richter Stephen V. Wilson, seit 1985 auf der Bank, sah das fundamental anders. Vor Opfern, die von Sanberg persönlich geschädigt worden waren, nannte Wilson die Betrügereien "unter den schlimmsten, die ich in meiner Karriere gesehen habe". Der Umfang sei "spitze" und umfasse praktisch jede Form von Fraud, die es gibt. Wilson wies auch Mukakeys Kernargument zurück: Sanberg habe sehr wohl persönlich von seinem Betrug profitiert und sich dabei "gefräßig, unverschämt und herzlos" verhalten, während er "in einem Netz von Lügen" verstrickt blieb, das sich über Jahre zog.

Sanberg selbst sprach vor Gericht und gestand: "Ich habe meinen moralischen Kompass verloren und die Linie überschritten." Mit brüchiger Stimme entschuldigte er sich mehrfach für den angerichteten Schaden. Seine Verteidigung, dass überbordendes Engagement für die Firma ihn zum Handeln trieb, blieb ohne Wirkung.

Aspiration war 2013 gegründet worden als grüne, digitale Bank mit bewusster Öko-Ausrichtung. Das Unternehmen zog prominente Investoren an wie Robert Downey Jr., Orlando Bloom und Leonardo DiCaprio. Zwischen 2021 und 2022 folgte eine explosive Phase: Im September 2021 unterschrieb Aspiration einen 300-Millionen-Dollar-Sponsoring-Deal über 23 Jahre mit den LA Clippers. Im April 2022 kam ein 28-Millionen-Dollar-Vertrag mit Clippers-Star Kawhi Leonard hinzu.

Genau dieser Leonard-Deal steht im Zentrum einer NBA-Untersuchung. Podcaster Pablo Torre berichtete unter Berufung auf interne Dokumente und einen namentlich nicht genannten Aspiration-Mitarbeiter, dass dieser Sponsoring-Vertrag konstruiert worden sein könnte, um die NBA-Salary-Cap-Regeln zu umgehen. Das wäre ein klassisches Circumvention-Szenario gewesen, das der Liga längst ein Dorn im Auge ist.

Clippers-Besitzer Steve Ballmer, der selbst 60 Millionen Dollar in Aspiration investiert hatte, bestreitet jede Mitschuld. Er behauptet, von Leonards Deal nichts gewusst zu haben und ihn nicht angewiesen zu haben. Doch Ballmers Anwalt schrieb an Richter Wilson und forderte eine strenge Strafe ohne Nachsicht, um andere von solchen Betrügereien abzuschrecken. Die Begründung: Ballmer selbst sei "schamlos defraudiert" worden.

Ballports-Take: Diese Geschichte berührt den NBA-Betrieb auf mehreren Ebenen und zeigt, wie tief finanzielle Irregulaität in Top-Franchises eindringen kann. Für NBA-Fans ist besonders das Leonard-Szenario relevant, denn wenn tatsächlich ein Salary-Cap-Umweg stattgefunden hat, könnte das Konsequenzen für die Clippers-Kaderplanung dieser Jahre haben. Der Fall macht auch klar, dass Investitionen von prominenten Tech- und Hollywood-Figuren in Sports-Umfelder nicht automatisch saubere Strukturen garantieren. Sanbergs Verurteilung wird die NBA-Ermittlungen sicher beeinflussen, aber Fragen zu Ballmers Rolle bleiben unbeantwortet.

Originalquelle: ESPN / NBAOriginal lesen →
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