Terry Rozier sitzt in einer bizarren Falle. Der Guard steht wegen eines Glücksspiel-Skandals vor Gericht, und ausgerechnet die Bedingungen seiner Freilassung gefährden jetzt seine NBA-Karriere. Das Problem: Ein Kontaktverbot mit den Charlotte Hornets, seinem früheren Team, wird ihm nun um die Ohren gehauen.
Roziers Anwalt Jim Trusty reichte diese Woche einen Antrag ein, um das Verbot zu lockern. Der Grund klingt absurd, ist aber rechtlich brisant. Rozier befindet sich derzeit in einem Schiedsverfahren mit der NBA und den Miami Heat über sein Grundgehalt für die Saison 2025-26. Ein Schiedsrichter entschied zunächst, dass Rozier sein Gehalt erhalten sollte. Doch dann kam die Wendung: Der gleiche Schiedsrichter befand, dass die Kontaktbeschränkung mit Charlotte ihn in Vertragsbruch versetzt, weil er seiner Pflicht, Basketball zu spielen, nicht nachkommen könne.
Das ist das Kernproblem. Die NBA-Free-Agency startet offiziell am 30. Juni. Wenn Rozier nicht mit den Hornets verhandeln darf, verliert er faktisch jeden potenziellen Klub. "Unter der aktuellen Entscheidung des Schiedsrichters würde eine Unfähigkeit, für oder gegen die Charlotte Hornets zu spielen, ein Verstoß gegen die Erbringung von Dienstleistungen darstellen und jede Chance auf einen NBA-Vertrag erheblich schmälern oder eliminieren", schrieb Trusty in dem Dokument.
Die US-Anklageseite zeigte sich bei einem ähnlichen Verbot gegenüber den Miami Heat kooperativ und stimmte der Aufhebung zu. Beim Hornets-Verbot lehnt die Staatsanwaltschaft aus dem Osten von New York die Lockerung aber ab. Ein Sprecher der Behörde wollte sich nicht äußern.
Rozier wurde im Oktober verhaftet und angeklagt, wegen eines Glücksspielsystems manipuliert zu haben, das um sein Spiel während eines März-2023-Spiels gegen Charlotte zentriert war. Er bekannte sich nicht schuldig in den Fällen Verschwörung zu Drahtbetrug und Geldwäsche. Anfang Juni kommen weitere schwerwiegende Vorwürfe hinzu: Sports Bribery und Honest Services Fraud. Die Anklageerhebung folgt am 10. Juni.
Das Schicksal Roziers zeigt eine seltene Konstellation: Ein Spieler, der gleichzeitig mit Strafverfolgung, Arbitration und Karriere-Blockaden kämpft. Die Hornets hatten ihn im Januar 2024 an Miami getradet. Nach zwei Saisons bei den Heat wurde er am 10. April entlassen.
Ballports-Take: Dies ist eine der merkwürdigsten Situationen im modernen NBA-Betrieb. Rozier droht, zwischen Gericht und Geschäft zerrieben zu werden, obwohl die Free-Agency für ihn theoretisch offen ist. Deutsche Fans sollten die Entwicklung im Juni beobachten, da die Gerichtsentscheidung bis dahin klärend wirken könnte oder nicht. Die Geschichte zeigt auch, wie strafrechtliche Verfahren den Sportbetrieb durcheinanderbringen können, wenn Kontaktverbote und Vertragsklauseln kollidieren.