Wembanyama bricht Basketballs Altersregel: Mit 22 Jahren im Elite-Playoffs
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Wembanyama bricht Basketballs Altersregel: Mit 22 Jahren im Elite-Playoffs

Die NBA-Playoffs haben sich einen Ruf erarbeitet, talentierte junge Stars auf die Probe zu stellen und manchmal auch zu entlarven. Michael Jordan brauchte vier Saisons, ehe er die Bulls aus der ersten Runde führte. Kobe Bryant verschoss als Rookie in Utah legendäre Luftbälle. LeBron James ließ sich von Playoff-Gegnern offen stehen, weil er sein Außenspiel noch nicht beherrschte. Diese frühen Niederlagen sind Teil der Basketball-Mythologie: Jordan, Bryant und James lernten aus ihren Fehlern, besserten nach, sammelten Playoff-Erfahrung und gewannen später Championships. Victor Wembanyama schreibt gerade ein anderes Drehbuch. Der 22-jährige Franzose spielt seine erste Playoff-Serie und zerlegt dabei das klassische Narrativ der jungen Sterne, die erst leiden müssen, um großartig zu werden.

Wembanyama dominiert die Playoffs wie kaum ein anderer vor ihm in seinem Alter. Mit 22,1 Punkten, 12,3 Rebounds und 4,0 Blöcken pro Spiel steht er an der Spitze einer illustren Liste. Er ist der jüngste Spieler überhaupt, der in mindestens zehn Playoff-Spielen im Schnitt 20 Punkte, 10 Rebounds und vier Blocks pro Partie sammelt. Hakeem Olajuwon und David Robinson, zwei Hall-of-Famers, schafften diese Quote erst mit 24 Jahren. Noch beeindruckender war sein Auftritt in Spiel 1 der Western Conference Finals gegen Oklahoma City am Montag: 41 Punkte und 24 Rebounds bei Doppelüberlänge. Ein Statement für jeden, der ihn noch nicht als den besten Spieler der Welt sehen will. Zwar glich Oklahoma City am Mittwoch aus, doch die Spurs kehren beruhigt nach San Antonio zurück. Spiel 3 findet Freitag um 20:30 Uhr CET auf NBC statt.

Bei der Frage, wer in seinem Alter einen besseren Playoff-Run hingelegt hat, wird es eng. In der Statistik Player Efficiency Rating (PER) über mindestens zehn Spiele und 250 Minuten rangiert Wembanyama aktuell auf Platz drei. Chris Paul spielte in seiner ersten Playoff-Serie brillant, aber die New Orleans Hornets schieden in der zweiten Runde aus. Kareem Abdul-Jabbar hatte eine spektakuläre Rookie-Saison, verlor aber drei Siege vor den Finals. Luka Doncic und Amar'e Stoudemire schieden beide in der Western Conference Finals aus. Der entscheidende Punkt: Sollte Wembanyama sein aktuelles Niveau halten und die Spurs über Oklahoma City führen, steht er allein da unter dieser Gruppe von Superstars. Auch beim Win Shares per 48 Minutes Ranking rangiert der Spurs-Center nur knapp hinter Chris Paul, aber bereits vor Doncic und anderen jungen Größen. Die Vergleiche werden von Spiel zu Spiel interessanter.

Ballports-Take: Wembanyama zerlegt gerade eine der heiligsten Regeln der NBA: dass junge Superstars im Playoff-Feuer erst lernen müssen zu leiden. Das ist für deutsche und europäische Fans besonders spannend, weil hier ein europäischer Spieler zeigt, dass pure Klasse nicht auf dem Junior-Umweg funktionieren muss. In der Fantasy-Season wird der Typ zum absoluten Elite-Asset, wenn die Spurs die Finals erreichen. Für die ELF und potenzielle NBA-Stars aus Europa ist Wembanyamas Route ein Statement: nicht erst vier Saisons warten, sondern direkt dominieren.

Originalquelle: ESPN / NBAOriginal lesen →
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