Victor Wembanyama bleibt ohne zusätzliche Bestrafung davon. Die NBA entschied, dass der Stoß des Spurs-Stars gegen Jalen Brunson in Game 3 der Finals nicht als unsportliches Foul nachträglich geahndet wird. Damit behält Wembanyama seine zwei Flagrant Points aus den Playoffs.
Die umstrittene Szene spielte sich mit noch 4:44 Minuten im ersten Viertel ab. Brunson wollte einen Screen gegen den 7-Fuß-4-großen Wembanyama setzen, doch dieser stieß den Knicks-Guard zu Boden. Im Moment wurde kein Foul gepfiffen, obwohl die New Yorker sofort protestierten. NBA-Schiedsrichter-Chef Monty McCutchen gab später zu, dass eigentlich ein Foul hätte gerufen werden sollen.
Die Liga entschied sich aber gegen eine nachträgliche Eskalation zum unsportlichen Foul. Wembanyamas zwei Flagrant Points stammen aus einem früheren Playoff-Match gegen die Minnesota Timberwolves. Dort hatte der Spurs-Center Naz Reid mit einem Ellbogenschlag ins Gesicht getroffen und bekam dafür ein Flagrant Foul 2, was zur sofortigen Ejection führte. Eine Geldstrafe folgte nicht.
Die Entscheidung ist bemerkenswert, weil sie die fehlende Konsistenz bei der Bestrafung von Kontaktfouls in den Finals unterstreicht. McCutchen hatte klargemacht, dass auf dem Platz ein Fehler gemacht wurde, die Liga aber nun anders bewertet als früher in der Serie. Für Wembanyama bedeutet es, dass er bei zwei von vier möglichen Flagrant Points bleibt und somit keine automatische Sperre riskiert. Für deutsche NBA-Fans ist relevant: Wembanyama gehört zu den Top-Kandidaten für den kommenden Draft und solche Disziplinarfragen können seine langfristige Reputation beeinflussen. Die Frage, wie streng die NBA bei Kontakt-Calls in Finalserien durchgreift, bleibt weiter offen und könnte noch weitere Spiele beeinflussen.