Die Milwaukee Bucks haben sich entschieden, Giannis Antetokounmpo zu verkaufen. Der zweimalige MVP steht auf dem Markt, das bestätigten Quellen aus Liga und Organisation gegenüber ESPN. Mehrere Teams werden Angebote einreichen. Die Bucks haben eine klare Vorstellung davon, was sie wollen: junge Top-Talente oder eine Flut von Draft-Picks.
Das ist nicht plötzlich gekommen. Antetokounmpo signalisierte seinen Unmut bereits vor einem Jahr. Im Mai 2024 spielte er erste Gedankenspiele durch. Die Gespräche wurden konkreter. Im Sommer machte er klar, dass er zu den New York Knicks wollte. Die Bucks lehnten ab und glaubten noch an ihre Chancen auf einen Titel in der Eastern Conference. Ein Fehler, der die Organisation jetzt einholt.
Was folgte, war ein katastrophales Saisonfinale. Die Bucks stellten Antetokounmpo wegen einer Knieverletzung im späten Saisonverlauf ab. Das war so brisant, dass die NBA eine Untersuchung einleitet musste. Antetokounmpo ließ sogar seine eigene Organisation überprüfen. Der Schaden an der Beziehung war irreparabel.
Die Bilanz der Saison spricht für sich: 32 Siege, 50 Niederlagen. Die Bucks verpassten nicht nur die Playoffs, sondern auch das Play-in-Turnier. Das war das erste Mal seit neun Jahren. Von 2018-19 bis 2024-25 hatten sie die beste Gewinn-Quote der NBA mit 66,3 Prozent. General Manager Jon Horst holte Jrue Holiday 2020, dann Damian Lillard 2023. Aber seit 2022 gewinnt Milwaukee keine Playoff-Serie mehr.
Antetokounmpos Position ist unmissverständlich. Co-Owner Wes Edens sagte der ESPN-Reporterin Ramona Shelburne, dass der Superstar weg will aus Milwaukee. Entweder eine Vertragsverlängerung im Maximum-Bereich oder ein Trade. Eines davon wird passieren. Co-Owner Jimmy Haslam kündigte an, dass die Entscheidung spätestens sechs bis sieben Wochen vor dem Draft am 23. und 24. Juni fallen wird.
Parallel zur Antetokounmpo-Saga bauen die Bucks um. Trainer Doc Rivers und Milwaukee trennen sich im gegenseitigen Einvernehmen. Taylor Jenkins übernimmt. Der 41-Jährige bekommt einen Sechsjahres-Vertrag und soll eine neue Kultur aufbauen. Horst fährt aber auf zwei Schienen. Die Bucks haben den zehnten Pick im anstehenden Draft, zwei weitere First-Round-Picks der Zukunft und handelbare Verträge. Sie könnten noch einen großen Trade machen, um Antetokounmpo doch zu halten. Die Organisation wird mit Antetokounmpo zusammenarbeiten, um ein Ergebnis zu finden, das beiden Seiten hilft, sagte Haslam.
Ballports-Take: Das ist das Ende einer Ära. Milwaukee machte mehrere kritische Fehler: den schnellen Abgang von Damian Lillard nicht richtig kompensiert, zu lange an einer zerbrochenen Situation festgehalten, Antetokounmpo am Ende sogar im Stich gelassen. Für deutsche Basketball-Fans, die die Bucks verfolgen, bedeutet das eine komplette Neuausrichtung. Der Superstar, der sich zum Gesicht des Franchises entwickelt hatte, verlässt die Stadt. Jetzt muss Milwaukee mit dem Erlös eines Trade-Deals neu anfangen. Es wird Jahre dauern, bis die Bucks wieder konkurrenzfähig sind.