Die New York Jets sitzen nicht in der Celebrity Row des Madison Square Garden neben Ben Stiller und Timothée Chalamet, aber sie fiebern mit den New York Knicks mit. Und das aus gutem Grund: Die Knicks spielen ihre erste NBA Finals seit 1999, während die Jets seit 15 Jahren auf erfolgreiche Zeiten warten.
WR Garrett Wilson sprach nach dem Training offen über die Ausstrahlung, die der Knicks-Erfolg auf sein Team hat. Die Art und Weise, wie die Fans die Mannschaft anfeuern, inspiriert auch die Jets-Spieler. Wilson sagte, dass die Jet-Fans genauso "verrückt" nach ihrem Team sein könnten, wenn die Jets endlich wieder erfolgreich sind. "Ich will ihnen das geben, mehr als jeder andere", erklärte der Wide Receiver. "Das gibt uns einen Vorgeschmack darauf, wie es aussehen könnte, wenn wir das hinbekommen. Darauf freuen wir uns."
Dabei haben die Quoten für die Jets nicht viel Hoffnungsvolles. DraftKings gibt den Jets eine Quote von +10000, um den AFC zu gewinnen. Schlechter sieht es nur für die Miami Dolphins aus mit +15000. Wilson bleibt trotzdem optimistisch. "Man muss daran glauben, bevor etwas passiert", sagte er und beschwor damit unwillkürlich den Kampfgeist der 1973er Mets herauf. "Der Glaube ist da, und er ist hoch."
Die Stadt ist im Knicks-Fieber. Die Mannschaft hat elf Siege in Folge in den Playoffs geholt und gibt langjährigen Fans Hoffnung auf die erste NBA-Meisterschaft seit 1973. Für die Jets ist der Durst nach großen Erfolgen noch größer: Der einzige Super-Bowl-Auftritt war im Januar 1969, als die Jets die Baltimore Colts überraschend besiegten. Das war auch das Jahr, in dem die Knicks ihre erste Meisterschaft gewannen.
Jets-Trainer Aaron Glenn lobte die Knicks ebenfalls. Er bezeichnete sie als "extrem gritty" und hob die Führungsqualitäten von Jalen Brunson hervor. Glenn trug dabei selbst ein schwarzes T-Shirt mit der Aufschrift "Grit". "Ich feuere diese Jungs an, weil sie ihr Bestes geben und es macht einfach Spaß zuzuschauen", sagte der Coach.
Einen Limits hat die Begeisterung dann aber doch. Als Wilson gefragt wurde, ob er sich Tickets für die Finals kaufen will, lachte er auf. "Nein, nein", sagte er. "Das ist viel zu teuer. Aber ich werde zuschauen."
Ballports-Take: Der Kontrast zwischen Jets und Knicks zeigt, wie sehr New York nach Erfolg hungert. Für deutsche Football-Fans ist interessant, dass selbst NFL-Profis sich von der Energie anderer Sportarten inspirieren lassen. Die Jets sind realistisch lange nicht auf Finals-Kurs, aber der Glaube an einen Turnaround unter neuem Coach Aaron Glenn wächst in der Mannschaft. Garrett Wilson als etablierter WR könnte in dieser Saison zum Anker einer Offense werden, die endlich wieder liefern soll. Wer die Jets verfolgt, sollte genau hinschauen, ob dieser neue Optimismus auch in Siege umschlägt.