LOS ANGELES - LeBron James verlässt die Playoffs mit offenen Fragen. Nach der 115:110-Niederlage gegen Oklahoma City Thunder in Spiel 4 der zweiten Runde, die die Lakers komplett aus den Playoffs fegte, wollte sich der 41-Jährige nicht festlegen. Ob er in Los Angeles bleibt, zu einem anderen Team wechselt oder ganz zurücktritt, lässt er bewusst offen.
James spielte 40 Minuten und erzielte 24 Punkte mit 12 Rebounds, während die Lakers bis zur letzten Minute führten. Mit 20,3 Sekunden verbleibend verpasste er einen Floater, der die Serie vielleicht hätte retten können. Danach sprach der Superstar von gefülltem Tank. "Ich habe alles auf dem Platz gelassen", sagte er. "Ich kann vom Platz gehen und sagen: Verdammt, ich hasse es zu verlieren, aber ich war fokussiert auf das, was wir brauchten." Seine Leistung sieht er nicht als enttäuschend an, trotz des Ausscheidens.
Was James jetzt bewegt, ist weniger die Frage nach dem Wohin als die Frage nach dem Ob. Er will sich in den kommenden Wochen mit seiner Familie austauschen. Im Mittelpunkt steht für ihn die Liebe zum Prozess: die fünfeinhalb Stunden Vorbereitung vor Spielen, die Trainings um 11 Uhr vormittags, bei denen er bereits um 8 Uhr in der Arena ist, die Details, die zum Elite-Basketball gehören. "Ich denke, das wird ein großer Faktor sein", meinte James.
Die formale Situation macht die Entscheidung einfacher und schwächer zugleich. Nach acht Saisons bei den Lakers, seiner längsten Zugehörigkeit zu einem Team in seiner Karriere, betritt James zum ersten Mal als unrestricted Free Agent die Offseason. Keinen Vertrag, keine Option mehr. Er verdient in der 2025-26er Saison 52,6 Millionen Dollar und wurde ins All-Star-Team gewählt.
In der regulären Saison durchschnittlich 20,9 Punkte, 7,2 Assists und 6,1 Rebounds. In den Playoffs waren die Zahlen besser: 23,2 Punkte, 7,3 Assists, 6,7 Rebounds. Das Problem war die Rolle. Nach der Rückkehr von Luka Doncic und Austin Reaves spielte James lange Zeit als dritte Option, etwas das er in 23 Jahren noch nie gemacht hatte. Von Ende Februar bis März brauchten die Lakers nur zwei Niederlagen in 18 Spielen. Diese neue Position funktionierte. Als er dann zurück in die traditionelle Rolle musste, stieg die Belastung wieder.
James blickt jetzt auf acht Saisons in Los Angeles zurück, seine längste Zeit bei einem Franchise. Zuvor spielte er 11 Jahre für Cleveland und vier Jahre für Miami. Das nächste Kapitel ist offen. Ein Team wird sich um den 41-Jährigen bemühen müssen, doch James muss erst mit sich selbst klären, ob er noch bereit ist, die Energie aufzubringen, die dieser Sport verlangt.
Ballports-Take: LeBron James bleibt ein Faktor für jeden NBA-Fan, der deutsche Basketballer im Blick hat. Seine Entscheidung wird bis zum Sommer schweben und könnte den gesamten Free-Agent-Markt durcheinander wirbeln. Ob er bleibt, geht oder gar zurücktritt, beeinflusst die Balance in der Western Conference. Für deutsche Fans, die Team USA und die kommenden internationalen Turniere verfolgen, bleibt James eine zentrale Figur. Seine 23 Saisons setzen neue Standards, und wie er diese Geschichte zu Ende schreibt, wird noch lange diskutiert.