Jerry Jeudy hatte einen Traum-Start bei den Cleveland Browns. 2024 war sein erstes Jahr in Ohio und direkt ein voller Erfolg: 90 Receptions, 1.229 Yards, Pro Bowl. Die 90 Catches waren ein Browns-Franchise-Rekord, besser als die bisherigen Marken von Tight Ends Ozzie Newsome und Kellen Winslow Jr. Das Problem: Jeudy konnte an diese Form nicht anknüpfen. 2025 wurde zur Enttäuschung. Seine Quote sank, die Drops stiegen auf sechs im Saisonverlauf, und sein Yards-Durchschnitt pro Spiel fiel auf 35,4 ab. Die QB-Situation half nicht, drei verschiedene Quarterbacks bewarfen ihn.
Jetzt, mit 27 Jahren, will Jeudy wieder zu alter Stärke zurück. Sein GM Andrew Berry hat ihm den Rücken gestärkt und machte klar: Der Draft von KC Concepcion und Denzel Boston in den ersten zwei Runden ändert nichts an der Rolle des WR1. "Zero impact on Jerry. He's our bell cow", sagte Berry direkt nach Tag 2 des Drafts. Jeudy selbst arbeitete im Offseason hart an seinen Drops, machte Konzentrationsübungen und spezielles Balltraining.
Ein Punkt könnte ihm helfen: Stabilität im Backfield. Für den kommenden Jahr stehen Deshaun Watson, Shedeur Sanders und Dillon Gabriel zur Verfügung, alle drei hat Jeudy bereits gespielt. Mit Watson trainierte er im Offseason und zeigte direkt bei den OTAs, was möglich ist: zwei Touchdowns in den 7-on-7 Drills und dann nochmal zwei in den 11-on-11s. Jeudy betonte, dass eine konstante QB-Connection für einen Receiver entscheidend ist. "So that's only going to help you to build chemistry", sagte er. Auch das neue System von Headcoach Todd Monken scheint ihm zu gefallen. "Everything is different" in dieser Offense, und das gibt den Quarterbacks mehr Flexibilität bei der Spielgestaltung.
Jeudy hat in sechs Saisons schon mit 13 verschiedenen Quarterbacks zusammengespielt und mehrere Trainer und Coordinators erlebt. Solche Instabilität war lange sein Problem. Nun könnte Kontinuität sein Comeback ermöglichen.
Ballports-Take: Für Fantasy-Football-Manager ist Jeudy eine interessante Rehab-Story in der neuen Saison. Nach einem Ausfallsjahr mit verbesserter QB-Konsistenz und einem neuen System könnte er wieder zu seinen 2024er-Nummern zurück. Die Frage ist allerdings, ob die Drops strukturell sind oder nur eine schlechte Saison. Mit zwei neuen WRs im Team wird der Target-Share sinken, aber als WR1 sollte genug übrig bleiben. Deutsche Fans, die die Browns verfolgen, bekommen hoffentlich ein stabileres Quarterbacking zu sehen, das auch Jeudy zugute kommen sollte.