Brunson führt Knicks nach 22-Punkte-Rückstand zu OT-Sieg gegen Cavs
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Brunson führt Knicks nach 22-Punkte-Rückstand zu OT-Sieg gegen Cavs

Die New York Knicks haben in Game 1 der Eastern Conference Finals eine der spektakulärsten Aufholjagden der NBA-Playoff-Geschichte geschafft. Mit einem 22-Punkte-Rückstand in der vierten Viertelzeit schien alles verloren, doch Jalen Brunson orchestrierte einen furiosen Angriff und führte sein Team zu einem 115-104-Sieg nach Verlängerung gegen die Cleveland Cavaliers.

Brunson war der Katalysator dieser Comeback. Mit 38 Punkten dominierte er den vierten Quarter und attackierte gezielt James Harden, um eine 18-1-Serie einzuleiten, die das Spiel zurück ins Leben hauchte. Mit 19 Sekunden in der regulären Spielzeit schaffte Brunson den Ausgleich zum 101-101. Dann schnürten die Knicks in der Overtime einen 9-0-Run und ließen die Menge im Madison Square Garden aus dem Häuschen fahren.

Zur Halbzeit der vierten Viertelzeit sahen die Cavaliers noch klar im Vorteil. Sie führten 93-71 mit knapp acht Minuten auf der Uhr. Donovan Mitchell brachte Cleveland mit 29 Punkten in die Partie, und die Cavs spielten drei Viertel lang hervorragendes Basketball. Doch dann kollabierte ihre Defense völlig. Die Knicks outscorten die Cavs in den verbleibenden zwölf Minuten und der Overtime mit 44-11 Punkten.

Mikal Bridges steuerte 18 Punkte bei, während OG Anunoby 13 Zähler beisteuerte, obwohl er mit einer Zerrung der rechten hinteren Oberschenkelmuskulatur zurück ins Spiel kam und zwei Partien verpasst hatte. Evan Mobley war mit 15 Punkten und 14 Rebounds der beste Rebounder der Cavs, doch James Harden fiel völlig ab. Der Veteran traf nur einen von acht Dreipunktversuchen und produzierte sechs Ballverluste bei fünf Feldzielen.

Kavs-Coach Kenny Atkinson resümierte nach der Partie: "Wir haben drei Viertel lang hervorragendes Basketball gespielt. Leider haben die Knicks uns im vierten Quarter komplett dominiert." Diese Niederlage ist bitter für Cleveland, denn die Cavs hatten zuvor zwei Auswärtssiege in Folge geholt und schienen der Favoritenrolle gerecht zu werden.

Für die Knicks ist dieses Comeback historisch. Es ist der größte Comeback aus einem Defizit in der vierten Viertelzeit seit 30 Jahren. Nur die LA Clippers hatten 2012 gegen Memphis ein ähnliches Kunststück vollbracht, als sie aus 24 Punkten Rückstand zurückkamen. Die Knicks hatten zwar durch die erste Zwei Playoff-Runden dominiert und einen Vorsprung von insgesamt 194 Punkten in ihren ersten zehn Spielen aufgebaut, doch zehn Tage ohne Spielpraxis nach dem Sweep der 76ers hinterließen Spuren. Im ersten Viertel vergab New York vier von 23 Dreiern und spielte phasenweise abgehackt. Trotzdem gelang ihnen jetzt das Comeback, bei dem sie sich an ihre Lektion von vor einem Jahr erinnerten. Damals hatten die Knicks zuhause gegen Indiana in Game 1 der Conference Finals einen 14-Punkte-Lead in den letzten Minuten verspielt und verloren in Overtime.

Mit dem Sieg sind die Knicks nur noch drei Siege von ihrer ersten NBA Finals seit 1999 entfernt. Game 2 findet am Donnerstag im Madison Square Garden statt.

Ballports-Take: Brunson zeigt erneut, dass er unter Druck sein bestes Basketball spielt. Wer die Knicks anfangs skeptisch sah, muss jetzt Respekt zollen. Ein 22-Punkte-Comeback in den Playoffs ist nicht nur Glück, sondern auch Zeichen einer Elite-Offense, die unter Druck abliefert. Deutsche Fans sollten sich merken: Diesen Knicks-Run werden sie noch lange reden. Ein potenzielles Finals-Team mit Brunson, Bridges und einer Defense um Anunoby könnte auch im europäischen Vergleich absolutes Top-Kaliber sein. Das Momentum ist definitiv beim Gastgeber.

Originalquelle: ESPN / NBAOriginal lesen →
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