Gericht stoppt NCAA vorläufig in Eligibility-Streit
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Gericht stoppt NCAA vorläufig in Eligibility-Streit

Ein Richter in Ohio hat eine einstweilige Verfügung für 24 College-Basketballer erlassen, die gegen die NCAA klagen. Der Grund: ein neues Altersmodell bei der Spielberechtigung, das diese Athleten aus ihrer Sicht ungerecht benachteiligt. Richter Christopher Wagner entschied am Donnerstag, dass die NCAA ihre Eligibility-Regeln willkürlich und ohne sachliche Grundlage angewendet hat.

Die NCAA hatte kürzlich eine massive Umstellung ihrer Regeln beschlossen. Künftig dürfen Spieler fünf Spielzeiten innerhalb von fünf Jahren absolvieren, wobei die Frist mit ihrer Vollzeitimmatrikulation oder dem akademischen Jahr nach ihrem 19. Geburtstag beginnt, je nachdem was zuerst eintritt. Das bedeutet konkret: Verletzungen führen nicht mehr zu Spielzeitverlängerungen, und Redshirt-Jahre fallen weg. Nur Auslandsmissionen, Schwangerschaften oder aktiver Militärdienst zählen noch als Ausnahmegründe.

Die Kläger sind Spieler aus dem High-School-Jahrgang 2022, die ihre College-Karriere im Herbst desselben Jahres begonnen haben und nie redshirtet wurden. Sie sagen: Sie hätten nach vier Spielzeiten regulär ihre Karriere beenden müssen. Stattdessen mussten sie aber gegen Fünf- und Sechsjahr-Athleten antreten, ohne selbst die gleiche Chance auf ein fünftes Jahr zu bekommen. Anwalt Ryan Downton argumentierte vor Gericht, dass jeder seiner Mandanten jedes Mal Schaden erlitten hat, wenn er oder sie gegen solche Extended-Eligibility-Spieler antrat.

Die einstweilige Verfügung erlaubt den Klägern nun, in den Transfer Portal zu gehen. Das ist ein bedeutsamer Sieg in dieser Phase des Verfahrens. Richter Wagner hat bereits eine Konferenz für den 4. August angesetzt, um einen Prozess vorzubereiten. Downton hat bereits ähnliche Klagen gegen die NCAA im Namen von knapp 30 Basketball-Spielern eingereicht.

Die NCAA reagierte mit harter Gegenwehr. In ihren Gerichtspapieren schrieb die Organisation: "Als jede Klägerin ihre vierte Spielzeit in der akademischen Saison 2025-26 abschloss, hatten alle Gründe zu wissen, dass dies das Ende ihrer Laufbahn ist und Zeit für die nächste Generation." Die Division I Cabinet hielt in einer Stellungnahme auch fest, dass man sich der rechtlichen Anfechtung bewusst ist und keineswegs von seinem Kurs abweichen wird.

Für College-Basketball-Fans im deutschsprachigen Raum wird dieser Fall zeigen, wie amerikanische Sportgerichtsbarkeit mit Regeländerungen umgeht, die rückwirkend Spieler treffen. Die NCAA-Eligibility-Regeln sind komplex, und diese Entscheidung könnte Präzedenzcharakter haben: Wenn ein Gericht hier entscheidet, dass die Anwendung willkürlich war, könnte das NCAA-Regelwerk insgesamt unter Druck geraten. Für deutsche Zuschauer, die sich mit College-Basketball beschäftigen, zeigt sich hier auch ein grundsätzliches Thema: Wie fair sind Regeländerungen, wenn sie Athleten treffen, die unter anderen Bedingungen ihre Karriere geplant haben?

Originalquelle: ESPN / NCAAOriginal lesen →
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