Der NBA-Draft 2026 nimmt konkrete Züge an. Mit Ende der Early-Entry-Frist am 24. April steht fest, wer sich der Wahl stellt und wer noch ein Jahr in der College bleibt. An der Spitze der Rankings sitzt AJ Dybantsa von der BYU unangefochten.
Dybantsa ist 19 Jahre alt, spielt Small Forward, misst 6'9" und beendete sein Freshman-Jahr so überzeugend, dass NBA-Scouts kaum noch andere Namen nennen. Was macht ihn zur Top-1-Option? Vor allem die Kombination aus physischem Potenzial und Basketball-IQ. Der Teenager zeigte, dass er eine massive offensive Last trägt und dabei klug entscheidet, wann er passt. Seine Körpergröße für die Position, seine Athletik und seine mentale Einstellung bilden eine solide Basis für den nächsten Schritt.
Natürlich gibt es noch Baustellen. Sein Ballhandling ist noch nicht NBA-reif, die Quote von draußen könnte besser sein, und in der individuellen Defense muss er zulegen. Das sind aber Punkte, an denen man arbeiten kann, nicht angeboren. Dybantsa kommt bereits auf einer Wachstumskurve an, mit Qualitäten die nicht trainierbar sind. Als sein Mitspieler Richie Saunders bei BYU ausfiel, übernahm Dybantsa mehr Verantwortung und zeigte sein bestes Basketball. Die NBA-Welt hat entschieden: Das ist der Typ für einen Franchise-Wing-Scorer mit der ersten Pick, jemand der auf beiden Seiten des Courts Siege bringt.
Darryn Peterson von der Kansas folgt auf Platz zwei. Der 6'6"-Point Guard ist gerade erst 19 Jahre alt und hatte ebenfalls eine starke Freshman-Saison. Die Debatte um die Nummer eins kippt aber immer mehr zu Dybantsa. Daneben stehen Cameron Boozer, Caleb Wilson, Keaton Wagler, Darius Acuff Jr. und Kingston Flemings im Gespräch für die absoluten Top-Positionen.
Das Lottery-Drawing am 10. Mai wird für viele Teams entscheidend. Der Combine folgt unmittelbar danach. Aber die finanzielle Realität für College-Spieler hat sich massiv verschoben. NIL-Gelder und der Transfer Portal machen es immer attraktiver, noch ein Jahr zu bleiben. Deswegen entschließen sich immer weniger Spieler überhaupt zum Draft anzutreten. Thomas Haugh von Florida und Braylon Mullins von UConn sind dieses Jahr die großen Namen, die zurück in die College gehen und 2027 nochmal versuchen. NBA-Teams rechnen bereits damit, dass der 2027er Draft deutlich schwächer besetzt sein wird.
Die Tendenz sinkt generell, sich zum Draft zu testen. Der finanzielle Anreiz, in der College zu bleiben, ist für Freshmen, Sophomores und Juniors heute viel attraktiver als früher. Wie das die Tiefe dieses Drafts am Ende beeinflusst, werden die Scouts erst in den nächsten Wochen klarer sehen. Bis zur NCAA-Deadline am 27. Mai werden vermutlich noch weitere Spieler entscheiden doch noch ein Jahr dranzuhängen. Manche wollen erst sehen, wie sie beim Combine abschneiden, bevor sie diese riesige Entscheidung treffen.
Ballports-Take: Für europäische Basketball-Fans ist der NBA-Draft jedes Jahr wieder faszinierend, weil man sieht wie hochtalentiert die US-College-Szene ist. Dybantsa und Peterson könnten wirklich mal im NBA All-Star Game stehen. Der Transfer Portal und die NIL-Regel verändern gerade grundlegend wie Nachwuchsaufbau funktioniert. Spieler haben echte Wahlfreiheit bekommen statt Zwang. Das führt dazu, dass weniger junge Talente automatisch in den Draft gehen, sondern bewusster wählen. Wer diesen Draft verfolgt, sieht nicht nur die Top-Picks sondern auch ein sich transformierendes System.