Kerr gesteht Fehler ein und bleibt bei den Warriors
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Kerr gesteht Fehler ein und bleibt bei den Warriors

Steve Kerr hat sich nach einer intensiven Überlegungsphase entschieden, die Golden State Warriors in seiner 13. Saison als Headcoach zu trainieren. Bei seiner ersten Pressekonferenz seit der Entscheidung war der 58-Jährige aber nicht gerade euphorisch über seine bisherige Arbeit. "Ich muss besser werden. Ich hatte keine großartige Trainersaison", sagte Kerr vor Reportern in San Francisco.

Die Warriors waren in der abgelaufenen Spielzeit mit einer Bilanz von 37-45 zum ersten Mal seit Jahren an den Playoffs vorbeigegangen. General Manager Mike Dunleavy beschrieb die Saison als "ziemlich enttäuschend" und machte dabei ein konkretes Problem aus: die Turnover. Mit 15,7 Ballverlusten pro Spiel rangieren die Warriors im NBA-Schnitt auf Platz drei, deutlich zu viel für ein Team das um den 38-jährigen Steph Curry herum konkurrieren will. Kerr hat sich alle diese Turnover in den vergangenen Wochen nochmal angeschaut und zog eine klare Schlussfolgerung. "Wir waren zu ungenau mit dem Ball. Wir haben zu viel Zeit mit Resten verbracht, wegen unseres Alters und der Verletzungen. Das muss sich ändern", erklärte Kerr seinen Fokus für die kommende Saison.

Um diese Ziele umzusetzen, braucht es aber nicht nur bessere Ballkontrolle, sondern auch frisches Blut im Roster. Kerr sprach explizit von "jüngeren Beinen" und Spielern, die fit genug sind um Back-to-Back-Spiele zu bestreiten. Hier kommt der 11. Pick im anstehenden Draft ins Spiel, den die Warriors in der Hand halten. Dunleavy deutete an, dass er alle Optionen prüfen wird: den Pick einsetzen, hoch- oder runtertainen oder ihn als Asset in einem größeren Trade verwenden.

Gerüchte über mögliche Superstar-Trades mit Giannis Antetokounmpo oder Kawhi Leonard machen in der Liga die Runde. Sollte die Warriors-Führung solch einen Deal anstreben, wäre der 11. Pick definitiv Teil der Verhandlungen. Ohne ein solches Blockbuster-Szenario aber sieht es danach aus, dass die Warriors ihre Talententwicklung ernstlich vorantreiben wollen. "Absolut", antwortete Kerr, als er gefragt wurde, ob er bereit ist mit einem Rookie zu spielen. "Mike fühlt sich wirklich sicher, dass wir einen guten Spieler bekommen. Das könnte ein 19-Jähriger sein oder jemand älter. Aber dieser Spieler muss spielen."

Die Entscheidung zurückzukehren fiel Kerr nicht leicht. Nach der Saison nahm er sich etwa eine Woche Zeit, um herauszufinden, ob er überhaupt noch trainieren möchte. Ein intensives Gespräch mit seiner Frau Margot spielte dabei eine Rolle. In der zweiten Woche folgte dann ein zweistündiges Meeting mit Dunleavy und Owner Joe Lacob. Dort musste die Gruppe eines klären: Was bedeutet Erfolg für die Warriors wirklich? "Das ist die erste Zeit seit unserem verletzungsgeplagten Jahr 2019-20, dass wir nicht sagen können wir wollen einen Championship gewinnen", reflektierte Kerr. "Das muss man erst mal akzeptieren. Aber danach können wir an den Fundamenten arbeiten."

Kerr sprach auch mit Steph Curry und Draymond Green während dieses Prozesses. Curry habe aber nicht versucht seinen Einfluss zu nutzen um Kerr zum Bleiben zu zwingen, obwohl der Star-Guard seinen Coach gerne behalten wollte. Es ist ein wichtiges Signal für die Organisation, dass ihre beste Spieler nicht das Sagen hat in strategischen Entscheidungen.

Ballports-Take: Die Warriors sind im Basketball-Realismus angekommen. Eine 37-45-Bilanz bei drei Superstars ist ein Alarmsignal, und Kerr's Selbstkritik zeigt, dass die Organisation ihre Probleme erkennt. Interessant für DACH-Fans: Das Experiment mit einem alternden Core um Curry läuft aus, und junge Draft-Picks werden plötzlich wieder zentral. Folgt der Warriors-Draft an, denn hier beginnt eine neue Ära in Golden State. Fantasy-relevanz: Sollten die Warriors einen echten Rookie spielen lassen, könnte das Chaos für etablierte Guards bedeuten wenn weniger Ballkontrolle vorhanden ist.

Originalquelle: ESPN / NBAOriginal lesen →
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