Victor Wembanyama hat die San Antonio Spurs mit einer historischen Leistung zu einem 122:115-Sieg über die Oklahoma City Thunder in Doppelverlängerung geführt. Der 22-Jährige erzielte 41 Punkte und holte sich 24 Rebounds, während Rookie Dylan Harper mit 24 Punkten und sieben Steals glänzte – ein neuer Playoff-Rekord für die Spurs. Mit zwei Dunks in der Schlussminute, einer davon mit Freiwurf, besiegelte Wembanyama den Sieg und sicherte San Antonio die Heimplatzvorteile in der Western Conference Finals.
Wembanyama schrieb Geschichte. Mit 22 Jahren und 134 Tagen wurde er der jüngste Spieler in der NBA-Playoff-Geschichte mit mindestens 40 Punkten und 20 Rebounds in einem Spiel. Kaream Abdul-Jabbar hielt den bisherigen Rekord, als er 1970 in den Finals ähnliche Zahlen erzielte – damals war er 22 Jahre und 343 Tage alt. Harpers Stat-Line war ebenfalls bemerkenswert: Mit mindestens 20 Punkten, 10 Rebounds, fünf Assists und fünf Steals schloss sich der Rookie einer exklusiven Gruppe an – nur Magic Johnson hatte das als Rookie vor ihm geschafft.
Der Verlauf zeigte einen Kampf zweier hungriger Teams. San Antonio lag 10 Punkte vor, doch Thunder-Center Alex Caruso, der mit 31 Punkten von der Bank kam, und die Rückkehr von Jalen Williams (26 Punkte) nach sechsspieliger Verletzungspause zogen Oklahoma City zurück. Shai Gilgeous-Alexander, gerade zum zweiten Mal MVP gekürt, kam mit 7 Treffern bei 23 Versuchen nicht in Fahrt. Die Spurs zwangen das Spiel durch Wembanyamas 3-Pointer 28 Sekunden vor Ende der Regulation in die Verlängerung, nachdem die Lead-Wechsel in der Schlussphase mehrfach wechselten. In der zweiten Overtime dominierten die Spurs endgültig, während Oklahomas neunspieliger Playoff-Siegesrekord endete.
Spurs-Coach Mitch Johnson beschrieb es als Willenskampf. Sein Team habe 16 Punkte Wembanyamas in der Crunch Time, sowie dessen Assist oder Punkt auf 18 der 31 Punkte San Antonios in den letzten 15 Minuten angerechnet. Thunder-Coach Mark Daigneault bekannte, dass seine Mannschaft im Game 2 besser spielen müsse. Das nächste Spiel findet Mittwoch in Oklahoma City statt. Das war erst das sechste Game 1 der Playoff-Geschichte, das in Doppelverlängerung ging – zuletzt passierte das 2013 bei einem Spurs-Warriors-Matchup.
Ballports-Take: Wembanyama beweist, dass er im absoluten Postseason-Rampenlicht angekommen ist. Mit 22 Jahren schon so dominant zu sein, würde auch in der ELF für Faszination sorgen. Die Spurs haben sich mit diesem Sieg früh etabliert, dass sie nicht nur ein Playoff-Team sind, sondern eine echte Finalchance haben. Deutsche Fans sollten Wembanyama im Auge behalten – dieser Rookie zeigt, dass die nächste NBA-Dekade vielleicht seinem Namen geschrieben wird.