Das erste Wochenende der WNBA-Saison hat für Fantasy-Manager einige wichtige Erkenntnisse gebracht. Die Las Vegas Aces bekamen ihre Championship-Ringe in einer Vorspiel-Zeremonie, verloren dann aber deutlich gegen die Phoenix Mercury. Das lag weniger daran, dass die Mercury überragend spielten, sondern eher daran, dass die Aces noch nicht vollständig fokussiert waren. Am nächsten Tag zeigte Las Vegas gegen die Los Angeles Sparks dann die erwartete Dominanz und gewann deutlich. Die Mercury hatten ihrerseits mit Golden State zu kämpfen und kassierten dort eine Niederlage. Für Fantasy-Zwecke ist wichtig: Die Aces vom Sonntag entsprechen eher ihrer tatsächlichen Spielstärke als die Version vom Samstag. Phoenix wird auch ohne Satou Sabally eine starke Saison haben, mit Alyssa Thomas als Ankerpunkt und mehreren Scorern drum herum. Die Sparks werden besser aussehen, wenn die Spielerinnen sich an die neue Konstellation gewöhnt haben.
Andere Entwicklungen aus dem Wochenende: Caitlin Clark kam für die Indiana Fever zurück und spielte stark mit 20 Punkten, aber Kelsey Mitchell (30 Punkte) und Aliyah Boston (23 Punkte) zeigten parallel, dass auch mit Clark viel Raum für andere Scorer da ist. Indiana verlor gegen Dallas Wings, wo gleich drei Spielerinnen über 30 Punkte hatten. Rookies wie Azzi Fudd (3 Punkte in 18 Minuten in ihrem WNBA-Debüt) müssen sich noch hineinarbeiten. Angel Reese spielte ihr erstes Spiel für Atlanta Dream und bewies sofort ihren Defensiv-Impact mit 14 Rebounds, zwei Steals und drei Blocks, darunter der spielentscheidende zum 1-Punkt-Sieg gegen Minnesota. Olivia Miles von Minnesota wiederum steht nach ihrem 21-Punkte- und 8-Assist-Debüt auf dem Radar vieler als Rookie-of-the-Year-Kandidatin, auch wenn die Lynx ohne MVP-Kandidatin Napheesa Collier spielen mussten.
Die umgebauten Chicago Sky beeindruckten mit breiter Offensive: Kamilla Cardoso hatte 22 Punkte und 14 Rebounds, Skylar Diggins 21 Punkte, 11 Boards und 7 Assists. Auch Rickea Jackson (19 Punkte), Jacy Sheldon und Gabriela Jaquez trugen zweistellig bei.
Wer sollte in eurem Kader landen:
Jovana Nogic, Guard, Phoenix Mercury. Die 28-jährige Serbin ist eine ungewöhnliche WNBA-Debutantin und steht aktuell in nur 22,2 Prozent der ESPN-Ligen auf der Rosterspieler-Liste. Sie hat das Potenzial, über den Waiver Wire zu einem Steal zu werden, wenn sie ihre ersten Games für die Mercury nutzt, um Vertrauen aufzubauen. Die Mercury brauchen tiefe und defensive Stabilität neben Thomas, und Nogic hat die internationale Erfahrung, um schnell auf Tempo zu kommen.
Ballports-Take: Das WNBA-Wochenende zeigt, dass die erste Woche weniger darüber aussagt, welche Teams stark sind, sondern eher, welche Spielerinnen die meiste Spielzeit erhalten. Caitlin Clarks Rückkehr ist für Fantasy relevant, aber nicht, weil sie automatisch alle Bälle bekommt, sondern weil sie mit etablierten Scorern koexistiert. Rookies wie Azzi Fudd und Olivia Miles sollte man beobachten, nicht sofort draften. Phoenix Mercury und Chicago Sky sehen auf Kadertiefe hin besser aus als am Saisonstart erwartet. Für deutsche Fans interessant: Die WNBA zeigt Basketball-Tiefe, die der ELF-Struktur ähnelt, verschiedene Spielstile in einer Liga. Nogic, die Europäerin in den Mercury, könnte wie Sabally zum Underdog-Story-Pick werden.