Azzi Fudd hatte einen Punkt zu klären. Die Rookie der Dallas Wings lud Stephen Curry zu ihrer Podcast-Show "Fudd Around and Find Out" ein und nutzte die Gelegenheit sofort für einen freundlichen Seitenhieb. Die beiden kennen sich seit 2018, als Fudd und Cameron Brink die ersten Mädchen-Basketballspielerinnen waren, die zu Currys SC30 Select Camp eingeladen wurden, ein exklusives Camp für Top-Talente der High School. Später unterzeichnete Fudd 2021 sogar einen NIL-Deal mit Currys SC30 Inc. Brand, während sie noch Freshman an der UConn war.
Doch trotz all dieser Verbindungen hatte Curry nie den Weg zu einem Huskies-Spiel gefunden. Auf dem Podcast ließ Fudd ihn das wissen. "Ich war fünf Jahre im College," sagte sie. "Okay, ich habe nicht in allen Jahren oder Spielen gespielt, wegen Verletzungen. Aber es waren trotzdem fünf Jahre Gelegenheit für dich, zu einem Spiel zu kommen. Und du bist nicht gekommen." Curry antwortete mit einem Lachen und machte sich lustig über die Umstände. Er schob die Schuld auf NBA-Commissioner Adam Silver und früheren Warriors-GM Larry Riley. "Ich blame Adam Silver dafür, dass er uns nicht im Nordosten eingeplant hat oder uns einen freien Tag gegeben hat, wenn ihr im Tournament wart," erklärte Curry. "Und dann blame ich Larry Riley, der mich gedraftet hat, weil wenn ich in New York gespielt hätte, hätte ich ja hochkommen können."
Doch eine Chance zur Wiedergutmachung zeichnet sich ab. Die Dallas Wings reisen am 17. Juni zur Chase Center, dem Heimstadion der Warriors, um gegen die Golden State Valkyries anzutreten. "Ich werde versuchen," sagte Curry, "fünf Jahre in einer Nacht auszugleichen." Fudd blieb skeptisch. "Hast du gehört, wie er 'versuchen' gesagt hat? Das ist eine Hintertür für ihn, sich rauszureden," konterte sie. "Ich glaube es, wenn ich es sehe."
Ballports-Take: Die WNBA wächst auch in Deutschland als Thema, und solche authentischen Podcast-Momente zeigen, warum: Große Namen wie Curry treffen echte Spielerinnen, die sich nicht scheuen, ihn zu fordern. Für Fudd ist das auch strategisch smart, ihre Plattform zu nutzen und dabei sicherzustellen, dass ihre College-Jahre nicht einfach übersehen werden. Ob Curry sein Versprechen hält, wird sich zeigen, aber selbst wenn nicht, hat Fudd schon gewonnen: Sie hat eine großartige Podcast-Episode produziert und Curry ein bisschen Druck gemacht. Das ist die neue Realität im Basketball, und es ist unterhaltsam.