Die Oklahoma City Thunder haben die Los Angeles Lakers mit 115:110 niedergemacht und damit die Serie mit 4:0 abgeschlossen. Ein Sieg, der bis zur letzten Sekunde umstritten war. Denn die Lakers schafften es, sich in der Schlussphase zurück ins Spiel zu kämpfen. Mit noch 40,9 Sekunden auf der Uhr führte Los Angeles 110:109, nachdem ein 7:0-Lauf die Thunder unter Druck setzte. Doch Oklahoma City antwortete sofort: Ein Punkt Vorsprung mit 32,8 Sekunden verbleibend. LeBron James verfehlt den entscheidenden Layup. Shai Gilgeous-Alexander macht zwei Free Throws, aus einem Punkt werden drei. Austin Reaves trifft seinen 3-Pointer nicht, die Thunder sichern sich den Rebound. Spielende. Die Thunder beendeten die Partie mit einem 28:18-Lauf, der zeigte, wer an diesem Abend die Nerven behielt.
Gilgeous-Alexander war der überragende Mann auf dem Platz. 35 Punkte, acht Assists, die Zahlen sprechen für sich. Ajay Mitchell, der zweite Jahr rookie, trug 28 Punkte bei und bestätigte damit eine starke Serie. Bei den Lakers reichte es Austin Reaves mit 27 Punkten nicht aus, auch Rui Hachimura mit 25 Zählern konnte den Sweep nicht verhindern. James sammelte 24 Punkte und 12 Rebounds, möglicherweise sein letztes Spiel in der NBA.
Die Dominanz der Thunder über diese Serie war historisch. Im Gesamtverlauf der acht Duelle zwischen Oklahoma City und Los Angeles outscorte die Thunder die Lakers um 181 Punkte. Das ist die viertbeste Point Differential gegen einen einzelnen Gegner in einer Saison, die es in der NBA-Geschichte gibt. Und damit nicht genug: Oklahoma City ist erst der vierte verteidigende Champion seit Einführung dieser Statistik, der seine ersten acht Playoff-Spiele gewinnt. Die drei Teams davor erreichten alle die Finals, nur die Lakers 2001 konnten auch den Titel holen.
Nächster Gegner der Thunder werden entweder die Minnesota Timberwolves oder die San Antonio Spurs sein, je nachdem wer sich in ihrer Serie durchsetzt.
Ballports-Take: Der Thunder-Sweep zeigt, wie dominant ein gut funktionierendes System sein kann. Shai Gilgeous-Alexander führt diese Mannschaft mit Autorität an, und Mitchell könnte sich als eine der spannendsten Entwicklungen dieser Playoffs erweisen. Für DACH-Fans ist die Serie auch als Warnsignal zu verstehen: Diese Thunder-Mannschaft spielt einen Basketball, der schwer zu verteidigen ist. Die Balance zwischen Offensive Firepower und defensive Konsistenz macht sie zum Favoritenkreis für die Finals. Ob James tatsächlich seine Karriere beendet, wird sich zeigen, doch sein Einfluss auf die Liga endet hier sicherlich nicht.