Minneapolis war Schauplatz eines Basketball-Dramas, das sich erst in den letzten Minuten entschied. Die Washington Mystics drehten gegen die Minnesota Lynx ein Spiel, das lange Zeit in die falsche Richtung lief, und gewannen 84:79. Der Sieg war bereits der dritte in Serie für Washington.
Sonia Citron führte die Mystics mit 21 Punkten an. Sie war der ruhige Pol in einer Phase, die das Spiel entschied. Als Minnesota durch einen Three-Point-Play von Rookie Olivia Miles auf 76:70 davongezogen war und noch 2:30 auf der Uhr standen, hätte alles nach einem Lynx-Sieg aussehen können. Doch Washington antwortete mit Wucht. Cotie McMahon traf einen Dreier von der Bank aus, dann folgte Kiki Iriafen mit zwei schnellen Körben hintereinander. Aus einem Vier-Punkt-Rückstand wurde innerhalb von Sekunden ein 82:76-Vorsprung. Citron schloss die Partie ab, indem sie vier Freiwürfe in den letzten sechs Sekunden versenkte.
Iriafen spielte ihre zweite dominante Endphase in Folge. Nachdem sie bereits im letzten Spiel gegen die New York Liberty den entscheidenden Korb geworfen hatte, setzte sie sich nun auch gegen Minnesota durch. Sie endete mit 17 Punkten. McMahon, die von der Bank kam, steuerte 15 Punkte und fünf Assists bei und war damit einer der Schlüssel zum Umschwung.
Minnesota startete stark und führte 42:35 zur Halbzeit, später 60:56 nach drei Vierteln. Olivia Miles, die diesjährige Nummer 2 im Draft, führte die Lynx mit 22 Punkten an. Natasha Howard erzielte 20 Punkte, Courtney Williams 13 und Kayla McBride 12. Trotzdem reichte es nicht. Im vierten Viertel outscoreten die Mystics Minnesota 28:19 und brachten so ihren dritten Sieg in Folge über die Ziellinie.
Für Citron zeigte sich ein interessantes Muster: Die Mystics sind 7:1, wenn sie mindestens zehn Schüsse braucht. Gegen Minnesota nahm sie 13 Versuche und traf sechs davon. Washington (8:7) empfängt Minnesota (13:4) bereits am Mittwoch zum zweiten direkten Aufeinandertreffen in dieser Woche.
Die WNBA bewegt sich immer näher an europäisches Basketball-Niveau heran, wenn es um Taktik und Nervenstärke in entscheidenden Momenten geht. Die Mystics zeigten gegen die stärkere Lynx, dass späte Läufe nicht nur vom Personal abhängen, sondern auch davon, wer mental klarer bleibt. Für deutsche Basketball-Fans, die die WNBA folgen, ist Washington dieser Tage ein interessantes Team zum Beobachten, besonders weil die Spielweise von Iriafen und McMahon europäische Referenzen hat.